Der authentischste GBA-SP-Nachbau bisher? ANBERNIC RG SP im Unboxing
Der Anbernic RG SP erscheint am 5. August und kann ab ca. 12 Uhr für rund 58 € bestellt werden – in den ersten drei Tagen gibt es sogar noch einen kleinen Rabatt. Wichtig vorweg: Das hier ist kein Nachfolger des RG34xSP oder RG35xx, sondern ein komplett eigenständiges Gerät. Hier geht es um maximale Portabilität und ein möglichst puristisches, haptisches Bedienerlebnis. Hier ist mein Unboxing und erster Test.
Kein Nachfolger, sondern ein eigenständiges Konzept
Zur Einordnung: Der erste Clamshell-Handheld aus dieser Reihe war der RG35xxSP – etwas dicker und klobiger. Danach kam der RG34xSP, etwas kleiner und handlicher, mit zwei Analogsticks. Der RG SP geht jetzt konsequent den anderen Weg: ganz schlicht, primär für 2D-Spiele gedacht, ohne Analogsticks. Das Gehäuse ist dadurch noch mal rund 10 % kompakter und dünner als beim RG34xSP. Das ist eine bewusste Design-Entscheidung: Wer explizit auf 2D-Klassiker mit Steuerkreuz setzt, ist hier goldrichtig. Wer Analogsticks möchte, greift weiterhin besser zum RG34xSP.

Auspacken & Verarbeitung
Im Lieferumfang (kann leicht variieren) findet ihr ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, teilweise eine SD-Karte, Reinigungstücher, eine kleine Anleitung und ein Panzerglas-Displayschutz. Ein Blick in die Anleitung lohnt sich, insbesondere wegen der Emulator-Shortcuts. Die Tasten sind klein, aber angenehm klicky und dabei leise, mit gutem Druckpunkt. Bei den Schultertasten hat man sich bewusst etwas Besonderes einfallen lassen: Die äußeren sind bündig mit dem Gehäuse, die inneren ragen leicht heraus – so lassen sie sich besser voneinander unterscheiden.


Technische Daten
- Display: 3,4 Zoll IPS, 720 × 480, Seitenverhältnis 3:2 (dreifache GBA-Auflösung)
- Chip: Allwinner H700
- RAM/Speicher: 1 GB RAM (chipkrisenbedingt reduziert), 16 GB interner Speicher
- Akku: 3.300 mAh
- Betriebssystem: Anbernic Linux OS (auch auf Deutsch nutzbar, kleinere Übersetzungsfehler)
- Farben: Graphite, Platinum, Pearl Blue, Pearl Pink
- Preis: ab 58 € (Basisversion), bis 90 € mit SD-Karte, zzgl. Versand
Besonders gut gelöst: Das Scharnier nutzt ein spezielles Hall-Effekt-Design – klappt ihr das Gerät zu, geht es automatisch in den Standby, beim Aufklappen wacht es sofort wieder auf. Ihr habt zwei feste Rastwinkel plus eine stufenlose Verstellung dazwischen, das Scharnier hält dabei auch stabil gegen etwas Druck.
SNES, GBA & PS1 in der Praxis
Ich habe The Legend of Zelda: The Minish Cap getestet – und das Seitenverhältnis von 3:2 ist hier einfach ideal, keinerlei Displayränder, dazu ein absolut authentisches GBA-SP-Feeling. Die Displayqualität hat mich richtig positiv überrascht: satte, knallige Farben, und dank der höheren Auflösung wirkt das Bild angenehm scharf statt verwaschen. Auch der Sound überzeugt und wird ordentlich laut.

Bei der PlayStation-1-Emulation läuft es ebenfalls einwandfrei, allerdings mit leichten Displayrändern links und rechts, da hier kein echtes 4:3 vorliegt – stört aber kaum, die Lösung ist wirklich sauber umgesetzt. Von der Leistung her sind sogar N64 und Dreamcast teilweise drin, wobei ihr durch das 1 GB RAM hier und da an Grenzen stoßen könnt. Ansonsten laufen klassische Systeme wie Game Boy, GBA, SNES, NES und PS1 (sowie eingeschränkt PSP) problemlos.

Mein Fazit
Der Anbernic RG SP ist ein wirklich tolles Gerät, gerade für Einsteiger, die noch einmal das originale GBA-SP-Erlebnis wiedererleben möchten – komfortabel, praktisch, mobil und klappbar. Das überarbeitete Scharnier, die Displayqualität und der Sound überzeugen rundum. Wollt ihr lieber Analogsticks für mehr Spielevielfalt, greift zum RG34xSP. Wer aber gezielt ein puristisches 2D-Erlebnis im klassischen SP-Design sucht, ist zum fairen Preis von rund 58 € (bzw. 70–75 € inkl. Versand und Steuern) hier bestens bedient.
Würdet ihr euch den RG SP holen wollen, oder doch lieber die Alternative mit Analogsticks?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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