Retroid Pocket Nova – Unboxing & Test mit SNES, GameCube & PS2
Ich kann direkt vorwegnehmen: Der Retroid Pocket Nova dürfte für viele von euch das absolute Traumgerät für Retro-Emulation werden. Ein wirklich außergewöhnliches Gerät, das preislich trotzdem noch richtig gut im Rahmen liegt. Hier ist mein ausführlicher Unboxing- und Test-Bericht.
(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Retroid zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)
Ausstattung, technische Daten & Verarbeitung
Im Lieferumfang findet ihr neben dem Gerät selbst noch ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und eine kurz gehaltene Anleitung. Als Prozessor kommt der QCS8550 zum Einsatz – quasi die „Dragon Wing“-Variante des Snapdragon 8 Gen 2 mit identischer CPU und GPU, nur mit einem anderen 5G-Modem. Ein wirklich starker Chip, mit dem ihr bis zur Nintendo Switch (teilweise sogar bis zur PlayStation 3) emulieren könnt.
- Display: 4,5 Zoll, 1280 × 960 Pixel, 120 Hz, Seitenverhältnis 4:3
- RAM/Speicher: 8 oder 12 GB RAM, 128 GB UFS 3.1 (aufgrund der Speicherkrise kein UFS4)
- Akku: 5.000 mAh, 27 Watt Laden
- Konnektivität: WiFi 7, Bluetooth 5.3, USB-C mit Display-Out (4K 60 Hz)
- Sonstiges: Android 13, 255 Gramm
- Preis: ab 230 US-Dollar (8 GB), 270 US-Dollar (12 GB), transparente Farben gegen Aufpreis
Schön: Ursprünglich sollte die 12-GB-Variante nur in den transparenten Farben verfügbar sein, mittlerweile bekommt ihr aber jede Speicherkonfiguration in jeder Farbe. Verarbeitungstechnisch macht das Gerät einen richtig guten Eindruck: schön angeraute Schultertasten, zwei zusätzliche Tasten (M1/M2), RGB-beleuchtete Analogsticks und ein nahezu randloses Display. Ein eingebautes ergonomisches Grip-Stück gibt es nicht, dafür aber ein optionales Zubehör, das ich euch wärmstens empfehlen würde. Überraschenderweise liegt das Gerät aber auch ohne Grip schon erstaunlich gut in der Hand, einfach weil genug Platz für die Finger vorhanden ist.

SNES & GameCube: Perfekt im 4:3-Format
Genau hier zeigt das 4:3-Seitenverhältnis seine ganze Stärke: SNES-Spiele laufen komplett randlos und nahtlos, ohne die sonst üblichen Balken links und rechts. Die Displayqualität ist hervorragend – schön satte Farben, hohe Helligkeit, dazu die hohe Bildwiederholfrequenz von 120 Hz. Auch die GameCube-Emulation über den Dolphin-Emulator läuft bei vierfacher Auflösung absolut ruckelfrei – und das im Standardmodus bei komplett abgeschalteten (und damit lautlosen) Lüftern.

Nintendo 3DS mit Dual-Screen-Addon
Für die 3DS-Emulation habe ich das Dual-Screen-Addon (ursprünglich für den Retroid Pocket 5) aufgesetzt – und es funktioniert hervorragend. Bei vierfacher Auflösung erreiche ich hier saubere 80 FPS, der Dual-Screen-Modus läuft sofort, und im aktuellen Azahar-Emulator gibt es sogar automatisches Button-Mapping, was beim 3DS traditionell eher fummelig war. Ein kleiner Nachteil: Nicht alle Tasten sind durchs Addon erreichbar, und das Display schaltet sich beim Zuklappen nicht automatisch ab. Für gelegentliche 3DS-Sessions ist die Lösung aber wirklich richtig gut gelungen.

PlayStation 2: Randlos und kraftvoll
Auch die PlayStation-2-Emulation profitiert enorm vom 4:3-Format – komplett randlos und bei vierfacher Auflösung einfach fantastisch anzusehen. Sowohl Baldur’s Gate 2 als auch Burnout 3 Takedown laufen im Standardmodus bei ausgeschalteten Lüftern absolut ruckelfrei. Nach ein paar Stunden Dauerbetrieb wird das Gehäuse zwar spürbar warm, unangenehm ist das aber zu keinem Zeitpunkt – wer ganz sichergehen will, stellt die Lüfter einfach auf den leisen „Smart“-Modus.

Nintendo Switch: Kompromiss im falschen Format
Hier zeigt sich die Kehrseite des 4:3-Displays: 16:9-Inhalte wie Nintendo-Switch-Spiele werden gestaucht dargestellt, mit Balken oben und unten. Von der reinen Rechenleistung her wäre fast die komplette Switch-Bibliothek spielbar, das Bild wirkt dabei aber sichtbar gequetscht. Für zwischendurch unterwegs ist das durchaus verschmerzbar, für die optimale Erfahrung würde ich aber klar einen externen Monitor per USB-C empfehlen, an dem sich das Ganze dann ganz normal im 16:9-Format ausgeben lässt.

Mein Fazit
Der Retroid Pocket Nova ist ein wirklich fantastisches Gerät, gerade für SNES, GameCube und PlayStation 2 – hier spielt das 4:3-Format seine volle Stärke aus, unterstützt von einem starken, bewährten Prozessor. Ihr könnt euch entscheiden: höhere Auflösung genießen oder die Auflösung reduzieren und dafür 8 bis 12 Stunden Akkulaufzeit rausholen. Dazu kommt ein sehr kompaktes, taschenfreundliches Design. Einzig bei 16:9-Inhalten wie der Nintendo-Switch-Emulation müsst ihr Kompromisse eingehen – dafür hilft im Zweifel ein externer Monitor. Mehr zu Akkulaufzeit und Emulation im Detail folgt in einem ausführlicheren Review.
Wie findet ihr das Gerät? Hättet ihr euch lieber ein Format im 16:9 gewünscht oder findet ihr das Seitenverhältnis perfekt?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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