MSI Claw 8 EX AI+ im Test: Der stärkste Handheld – zum härtesten Preis?
Heute geht es um ein Gerät, bei dem ich vorab schon sagen muss: Es ist einer der stärksten Handhelds, die ich je in der Hand hatte – und gleichzeitig einer der teuersten, die euch aktuell überhaupt zum Kauf angeboten werden. Die Rede ist vom MSI Claw 8 EX AI+.
Im Gegensatz zu den Vorgängern fühlt sich dieses Gerät wirklich so an, als hätte MSI aus jedem einzelnen Fehler der letzten Modelle gelernt: neuer Chip, spürbar bessere Ergonomie, überarbeitete Bedienelemente und eine Leistungssteigerung, die eine neue Generation tatsächlich rechtfertigt. Ich hatte das Gerät eine ganze Woche bei mir, inklusive jeder Menge Benchmarks, Akkutests und Stunden um Stunden zum Zocken.
Kurz vorweg, damit ihr wisst, worauf ihr euch einstellt: Es gibt richtig viel, das mir an diesem Gerät gefällt. Es gibt aber auch ein, zwei Punkte, die mich stören. Und dann ist da noch dieser eine Elefant im Raum, der das ganze Fazit ziemlich kompliziert macht. So viel sei gesagt: Wenn der Preis für euch überhaupt keine Rolle spielt, könnte das hier euer neues Lieblingsgerät werden. Wenn er das aber tut – und bei den meisten von euch wird das der Fall sein – wird die Sache etwas kniffliger.
(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von MSI zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Der Preis: Reden wir zuerst über den Elefanten im Raum
Steigen wir direkt mit dem unangenehmsten Thema ein, denn das müssen wir aus dem Weg räumen, bevor wir über irgendetwas anderes sprechen. Das MSI Claw 8 EX AI+ kostet im Launchpack 1.650 € in der OVP. Ganz am Anfang gab es einen Rabatt direkt im MSI-Store, aber im Kern reden wir hier über einen Preis, der einfach schwer zu schlucken ist.
Nun existiert kein Handheld im luftleeren Raum – und tatsächlich sind gerade quasi alle Preise am Markt nach oben gegangen:
- Lenovo Legion Go 2: aktuell regulär 1.500 bis 2.500 €. Wichtig aber: Hier steckt der ältere Z2 Extreme drin, der spürbar schwächer performt als das, was wir heute sehen werden.
- Xbox Ally X: das einzige Gerät, das seinen Preis bisher halten konnte, ebenfalls mit Z2 Extreme, bei ca. 900 €. Für einen Handheld halte ich das immer noch für zu teuer, im aktuellen Marktumfeld wirkt es aber fast schon günstig. Verrückte Zeiten.
- Strix-Halo-Handhelds wie der GPD 5 oder der OneXPlayer Apex: ungefähr 2.300 bis 2.500 $ zuzüglich Versand und Steuern.
Wir bewegen uns mit dem Claw 8 EX AI+ also nicht an der Preis-Leistungs-Spitze, sondern eher im oberen Mittelfeld dieser neuen, sehr teuren Handheld-Generation. Spannend ist außerdem, dass mindestens zwei weitere Geräte mit demselben Chip in den Startlöchern stehen: das Acer Predator Atlas 8 (Preis aktuell noch unbekannt) und der OneXPlayer 3, der zusätzlich ein größeres OLED-Display mitbringt. Die Preise dieser Geräte werden aber nicht großartig von denen des Claw abweichen.
Und genau da ist der Knackpunkt: Der Markt gibt derzeit einfach nichts anderes her. Das ist nicht die Schuld von MSI, Asus, Lenovo oder sonst wem. Ich bin mir sehr sicher, dass sämtliche Hersteller die Geräte günstiger anbieten würden, wenn sie könnten – auch um den Absatz zu vergrößern. Ja, das Gerät ist teuer. Das ist wirklich schade, weil es – so viel kann ich euch schon vorab verraten – ein richtig guter Handheld ist. Aber durch die aktuelle Speicher- und Chipkrise gibt es bei neuen Geräten derzeit keine andere Möglichkeit.
Die technischen Daten im Überblick
- Prozessor: Intel Arc G3 Extreme – ein Prozessor, der speziell für Handhelds entwickelt wurde
- Grafik: integrierte Arc B390
- Arbeitsspeicher: 32 GB mit einer Taktrate von 8533
- Speicher: 1 TB intern im Format 2280, Aufrüsten ohne Weiteres möglich
- Display: 8 Zoll, 16:10, 1920 x 1200, VRR bis 120 Hz
- Akku: 80 Wattstunden, Laden mit bis zu 65 Watt über das mitgelieferte Netzteil
- Gewicht: 785 g
- Konnektivität: WiFi 7, Bluetooth 6, zwei Thunderbolt-4-USB-C-Anschlüsse oben am Gerät
- Betriebssystem: Windows 11
- Extras: Fingerabdrucksensor im Power-Button, microSD-Express-Kartenslot (statt der üblichen UHS-I/UHS-II-Slots) – das neue Format, das auch in der Nintendo Switch 2 genutzt wird
Gerade in der heutigen Zeit ist der microSD-Express-Slot natürlich nützlich, da man den Speicher so günstiger upgraden kann, aber immer noch von sehr guten Geschwindigkeiten profitiert.
Im Launchpack enthalten: das Gerät selbst, ein Case, Caps in verschiedenen Designs, eine Folie und ein Schlüsselanhänger.




Design und Ergonomie: gewöhnungsbedürftig, aber clever
Liebe auf den ersten Blick wird hier nicht passieren, wenn man das Gerät auf das Äußerliche reduziert. Das Design ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig – und ich glaube, das sehen noch ein paar mehr Leute so. MSI hat sich aber etwas getraut und verdient allein dafür Respekt: erstens die Farbgebung, zweitens dieses hervorstehende Display.
Ersteres ist Geschmackssache. Ich persönlich finde es in Ordnung, es ist mal etwas anderes und nicht der x-te Handheld in Weiß oder Schwarz. Beim Display muss ich sagen: unschön, aber zweckmäßig – und das Zweckmäßige ist mir an einem Handheld wichtiger. Denn dieses Displaydesign hat zwei wesentliche Vorteile.
Auf den ersten Blick würde man meinen, hier wurde am Material gespart. Dahinter steckt aber viel mehr: Diese Aussparungen sind perfekt, denn eure Finger schmiegen sich so wesentlich besser um die Griffe. Es fühlt sich an wie beim Xbox Ally X, als würdet ihr einen Controller in der Hand halten. Das wiederum hat den Vorteil, dass das Gewicht nicht so stark auffällt. Außerdem haben die Griffe beidseitig ein schön graviertes Muster, wodurch der Grip zusätzlich verstärkt wird. In Kombination mit der ergonomischen Wölbung ist das insgesamt ein richtig guter Grip.
Kurz zusammengefasst: Das Gerät sieht ungewöhnlich aus, das Display wirkt am Anfang seltsam – aber sobald ihr es in der Hand habt, ergibt alles einen Sinn.

Bedienelemente: D-Pad, Sticks und Schultertasten
- D-Pad: Es ähnelt stark dem D-Pad der vorherigen Claw-Generationen, wurde aber an entscheidenden Stellen verbessert. Es fühlt sich an wie eine Art Floating-D-Pad, bei dem die Übergänge nahtlos sind, auch die Kanten sind etwas runder geworden. Technisch steckt eine neue Verbindung dahinter: Dome Switches kombiniert mit einer Gummimembran. Ungewollte Diagonalen sind eher unwahrscheinlich. Die Übergänge von einem Input zum nächsten sind weich, aber klar differenzierbar, da man sie durch ein Klickgeräusch hört. Bei der Drucktiefe wünsche ich mir persönlich eher etwas Tieferes, wie man es vom klassischen SNES gewohnt ist.
- ABXY-Tasten: in Ordnung. Glänzend, leicht abgerundet und komplett schwarz, der Druckpunkt fühlt sich insgesamt gut an. Aufgefallen ist mir aber: Die Tasten sind beim Drücken relativ laut.
- Analogsticks: minimal kleiner geworden, also keine Vollformat-Sticks, aber immer noch ordentlich groß. Es sind Hall-Effekt-Sticks mit einer schön griffigen Textur am Rand, die mir sehr gut gefällt. Sie sind präzise und laufen butterweich. Mir persönlich ist aber der Widerstand etwas zu gering – dadurch lassen sie sich extrem schnell und leicht bewegen, was hin und wieder zu ungewollten Bewegungseingaben führt. Solange ihr keine Shooter auf E-Sport-Niveau zocken wollt, ist das aber noch vollkommen in Ordnung.
- Schultertasten: einfach nur genial. Toller Grip, tolle Textur, tolle Größe. Damit macht Zocken Spaß.
- Start und Select sowie zwei Sondertasten: Positiv anzumerken ist, dass Start und Select oben sind und nicht unten. Danke schön!
- Vibration: aufgerüstete, sechsachsige lineare Motoren, die sich wirklich richtig gut anfühlen.



Display und Audio
Das ist nach dem Go und dem Steam Deck OLED das beste Display. Wir haben hier ein 8-Zoll-Panel im Format 16:10 mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln und einer variablen Bildwiederholrate zwischen 48 und 120 Hz. Auf dem Papier erreichen wir bis zu 500 Nits Spitzenhelligkeit – und das merkt man auch: Draußen bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display noch ganz gut nutzbar. Farbdarstellung und Intensität sind super, die Farben wirken schön satt und ausgewogen.
Die MSI-Claw-Geräte waren schon immer für ihre gute Audioqualität bekannt. Der Klang ist wirklich gut, satt und ausgewogen, ohne blechern zu wirken.

Software: Xbox-Modus, MSI Center M und Intel – drei Baustellen
Startet ihr das Gerät, landet ihr direkt im Xbox-Modus. Der Modus ist ganz okay, kann aber noch nicht sein ganzes Potenzial entfalten. Der Ansatz ist gut: Ihr startet in einem komplett separaten Modus, in dem alles im Vollbild läuft. Über die Schnellzugriffstaste kommt ihr in die Xbox-Menüleiste und von dort in die MSI-Schnelleinstellungen, wo ihr TDP, Bildwiederholfrequenz, Helligkeit und so weiter einstellt. Ihr könnt Sachen hinzufügen, ergänzen und löschen – das ist am Ende euch überlassen.
Dazu gibt es drei Energiemodi:
- KI Engine: Die Idee gibt es schon seit dem allerersten MSI Claw. Das System soll die Leistung automatisch runterfahren, wenn sie nicht gebraucht wird, und bei Bedarf auf bis zu 25 Watt hochfahren. Grundsätzlich funktioniert das auch bei Triple-A-Games. Mir ist nur aufgefallen, dass oft pauschal 25 Watt gezogen werden – ziemlich unabhängig davon, wie die Grafikeinstellungen aussehen. Etwas mehr Varianz wäre praktisch, vom Grundsatz her funktioniert es aber richtig gut.
- Laufzeitmodus (Energiesparmodus): Er schaltet unter anderem die RGB-Beleuchtung um die Analogsticks aus, deckelt die TDP auf maximal 15 Watt und setzt ein FPS-Limit von 30 FPS.
- Manuell: Hier wählt ihr die TDP frei zwischen 8 und 35 Watt. Etwas kompliziert wird es, weil Intel zwischen PL1 und PL2 unterscheidet. PL1 muss dabei mindestens zwei Watt niedriger liegen als PL2; stellt ihr PL2 niedriger ein als PL1, passt sich PL1 automatisch an. PL1 entspricht grob der Dauerleistung, PL2 ist ein kurzzeitiger Turbo-Boost. Wollt ihr also 15 Watt fahren, wählt ihr bei PL1 15 Watt, PL2 liegt dann bei 17 Watt. Ihr könnt beides aber auch unabhängig voneinander nutzen und PL2 deutlich höher ansetzen – empfehlen würde ich das nicht, weil dadurch sehr viel Akkukapazität flöten geht.
Im Ansatz finde ich die drei Modi wirklich gut gelungen, insbesondere den KI-Modus. Eine kleine Änderung würde ich mir aber wünschen: Zockt man ein Indie-Game wie Odd Sparks, das mit sehr wenig Power auskommt, nutzt das System im KI-Modus leider etwas zu viel. Im manuellen Modus komme ich dann nur auf 8 Watt runter – nett, aber die Akkulaufzeit könnte besser sein. Aktiviere ich den Sparmodus, verbessert sich die Laufzeit noch einmal deutlich, hat aber den Haken, dass die Bildrate auf 30 FPS gedeckelt wird, was sich bei diesem Spiel spürbar ruckelig anfühlt. Ich würde mir wünschen, dass man hier auf 60 FPS gehen kann. Das habe ich mit MSI besprochen – möglich ist es, aber über die Intel-Software.
Und damit sind wir beim nächsten Problem: Neben der Xbox-Software, dem Schnellmenü und der MSI-Software gibt es noch die Intel-Software, in der ihr ebenfalls FPS-Limits setzen, XeSS Frame Gen aktivieren und weitere Features nutzen könnt, die speziell auf Intel-Prozessoren und -iGPUs beschränkt sind. Man muss also quasi drei Software-Programme parallel managen, und dieses Durcheinander verwirrt einen normalen User meiner Meinung nach. Idealerweise würde man das Ganze in einer einzigen Software integrieren – zum Beispiel im MSI Center M. Das Feedback habe ich weitergegeben, MSI war wirklich sehr dankbar dafür und ich bin guter Dinge, dass da in Zukunft etwas passieren könnte.
Stichwort MSI Center M: Dort geht ihr die Schnelleinstellungen im Detail durch, passt die RGB-Beleuchtung an, stellt Lüfterkurven ein und könnt euch richtig austoben. Was mir allerdings aufgefallen ist: Im MSI Center M gibt es keine Möglichkeit, pro Spiel automatisch ein individuelles Profil zu erstellen und abzuspeichern – ihr müsst euch die passenden Settings für jedes Spiel merken. In der Intel-Software habt ihr diese Möglichkeit dagegen schon. Auch dieses Feedback habe ich weitergegeben.
Mein persönliches Fazit zur Software: Ich bin weder mit MSI Center M noch mit dem Xbox-Modus vollends zufrieden, oft aktiviere ich einfach den Big-Picture-Modus. Fairerweise muss man aber sagen, dass MSI Center M grundsolide ist. Es fehlen hier und da ein paar Kleinigkeiten, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.



Gaming-Performance: der erste echte Generationssprung
Kurzum: Es ist der Wahnsinn. Es ist der erste Handheld, bei dem ich sage, ich bemerke den Sprung von einer Generation auf die nächste. Beim Z1 Extreme zum Z2 Extreme war der Sprung da, aber überschaubar. Auch bei den Intel-Prozessoren, also vom Claw 7 auf das Claw 8 AI+, war die Entwicklung ähnlich – klar, der Sprung war größer, aber zu gering, um von Next Gen zu sprechen. Hier sieht es anders aus: Der G3 Extreme mit der B390 überzeugt auf ganzer Linie.
Ich habe allein zwei Tage damit verbracht und mehr als 50 Spiele getestet. Das ausführliche Benchmark-Video kommt in den kommenden Tagen, hier beschränken wir uns auf einige Highlights.
Triple-A-Titel
- Cyberpunk 2077 – Preset Ray Tracing niedrig, Frame Gen aktiv, Auflösung 1680 x 1050, Leistungsprofil Volllast: knapp 50 Bilder pro Sekunde. Auch wenn das auf dem Papier nach wenig klingt, sieht es wirklich beeindruckend und richtig schön flüssig aus, ohne Ruckler oder Standbilder. In abgeschlossenen Arealen sind teilweise bis zu 80 FPS drin.
- Black Myth: Wukong – Preset hoch, Ray Tracing niedrig, dazu XeSS 3 und Frame Gen: unter Volllast teilweise bis zu 160 FPS, im Schnitt liegen wir irgendwo über 100 FPS. Grafisch ist das einfach nur genial: die Texturen an den Wänden, der Charakter selbst, die Effekte und Fähigkeiten. Normalerweise ist man unterwegs ja bereit, Kompromisse bei den Grafikeinstellungen einzugehen – aber wenn man so spielen kann, warum sollte man es nicht tun?
- Crimson Desert – Preset hoch, manueller Modus mit voller Power: über 100 FPS, teilweise 120 FPS. Je nachdem, wie weit ihr im Spiel fortgeschritten seid, kann das stellenweise etwas runtergehen, dann stellt man im Nachhinein einfach etwas runter. Insgesamt wirkt das Ganze kinoreif.
Ältere und weniger anspruchsvolle Titel
Hier wird es richtig spannend, denn hier zeigt sich, wie gut der G3 Extreme mit wenig Watt performt:
- Risen 1 – Stromzufuhr bewusst gekappt, manuelle TDP auf dem absoluten Minimum, Grafik-Preset auf Maximum, 1680 x 1050: immer noch knapp 100 FPS. Wenn es technisch möglich wäre, würde hier vermutlich sogar die Hälfte davon reichen.
- Odd Sparks – im KI-Modus 120 FPS. Reduziert man die TDP manuell auf 12 Watt, geht die Framerate deutlich zurück, wir haben aber immer noch knapp 60 FPS. Gerade wenn sehr viele Sparks gleichzeitig auf dem Bildschirm sind, geht das Spiel etwas in die Knie; wandert man durch die offene Welt, steigen die Frames wieder auf 90 bis teilweise 100 FPS. Selbst an dicht besiedelten Plätzen sind bei nur 12 Watt noch 50 bis 60 FPS drin.
- Hollow Knight: Silksong – mit nur 10 Watt trotzdem 120 FPS. Das geht hin und wieder mal etwas runter, aber alles über 60 FPS reicht hier vollkommen aus. Im Leistungsprofil Laufzeit, das dem System teilweise nur 4 Watt zur Verfügung stellt, funktioniert es zwar noch, wir landen dann aber bei knapp 30 FPS – das ist mir ehrlich gesagt zu wenig. Im manuellen Modus mit dem Minimum von 8 Watt läuft es wieder super mit 120 FPS.
Ein ausführlicher Vergleich zum Claw 8 AI+ mit dem Vorgängerprozessor sowie zum Z1 Extreme und Z2 Extreme folgt in einem separaten Video.







Kühlung, Lautstärke und Akkulaufzeit
Verbaut sind zwei Lüfter mit der von MSI so genannten Cooler Boost HyperFlow-Technologie, die laut Hersteller 9 % mehr Luftstrom liefert als bei den Vorgängermodellen. Bringt man das Gerät wirklich an die Grenze, also volle 35 Watt über einen längeren Zeitraum, erreichen wir Temperaturen zwischen 70 und 80 °C, nachdem die Belüftung ihre Arbeit erledigt hat.
Die Lüfter sind im Vergleich zum Claw 8 AI+ etwas lauter geworden. Dafür, dass wir hier weit mehr Leistung haben, ist das aber mehr als im Rahmen: Sie sind hörbar, aber zu keinem Zeitpunkt so, dass es mich gestört hätte – und das bezieht sich auf 35 Watt, was kein Standardszenario ist. Klassisch nutzt man einen Handheld unterwegs oder auf der Couch mit 25 Watt oder weniger, und da bemerkt man es tatsächlich nicht. Man hört vielleicht ein leichtes Rauschen im Hintergrund. Je niedriger die Wattstufe, desto leiser die Lüfter – und dreht man die Spiellautstärke hoch, kaschiert die ohne Probleme die Lüftergeräusche.
Bei der Akkulaufzeit kommt man grob auf folgende Werte:
- KI Engine (rund 25 Watt): bei den meisten aktuellen Triple-A-Spielen ungefähr 2 bis 2,5 Stunden
- Sparmodus (bis zu 15 Watt): bei den meisten Spielen vier bis knapp sechs Stunden, je nach Titel
- Emulation: Werte zwischen 6 und 9 Stunden
- Manueller Modus bei 8 bis 10 Watt: 6 bis 10 Stunden
Dieser Rahmen ist bewusst sehr grob gewählt, denn es hängt einfach vom jeweiligen Spiel ab. Zockt ihr Gothic 1 oder betreibt SNES-Emulation, kommt ihr bei niedriger Displayhelligkeit gut und gerne auf 9 bis 10 Stunden. Zockt ihr Skyrim, sind es am Ende vielleicht nur 6 Stunden. Wichtig ist, dass ihr alles richtig einstellt: Setzt im Zweifel ein FPS-Limit, stellt Displayhelligkeit und TDP passend ein, dann bekommt ihr fantastische Werte.
Das Aufladen geht sehr flott: Ein kompletter Ladezyklus benötigt etwa 1 Stunde und 30 Minuten
Fazit: Für wen lohnt sich das MSI Claw 8 EX AI+?
Das gefällt mir
- Ergonomie: Trotz 785 g ist das Gerät durch die großzügigen Griffmulden und die schön gemaserte Oberfläche einer der bequemsten Handhelds, die ich je hatte.
- Display: 8 Zoll, 16:10, 120 Hz mit VRR, dazu satte Farben und gute Helligkeit – für ein LCD-Panel absolute Spitzenklasse.
- Sound: wirklich fantastische Lautsprecher. Nach dem Xbox Ally X die absolute Speerspitze.
- Leistung: Der neue Intel-Chip liefert etwas, das ich immer gesucht habe – Freiheit. Ich muss mir zum ersten Mal überhaupt keine Gedanken über die Settings machen, egal welches Spiel ich spielen möchte. Ich weiß, es funktioniert, und das sogar mit verdammt guten Einstellungen.
- Akkulaufzeit: Trotz der immensen Leistung muss man sich selbst bei Triple-A-Games keine Sorgen machen, 2 Stunden sind mindestens drin. Bei älteren Spielen geht die Laufzeit noch einmal signifikant nach oben.
- Bedienelemente: Bis auf die Analogsticks mit dem zu geringen Widerstand sind sämtliche Bedienelemente fantastisch getroffen – Aktionstasten, Schultertasten, Steuerkreuz. Es macht wirklich Spaß, das Ganze zu bedienen.
Das hätte ich gerne anders
- Software: Im Kern sehr solide, hakt aber hier und da. Außerdem fehlen Details wie die Spieleprofile.
- Preis: 1.650 € – und das ist mit Abstand der größte Kritikpunkt. Bei diesem Preis kann ich einfach nicht mehr guten Gewissens von einer Kaufempfehlung für die breite Masse sprechen, so gut das Gerät ansonsten auch ist. Das hat nichts mit MSI oder sonst wem zu tun, es ist einfach die Situation, in der man sich befindet.
Was heißt das jetzt konkret für euch?
Wenn euer Budget wirklich keine Rolle spielt, ihr die maximale Leistung in einem Handheld wollt und mit einer stellenweise etwas frickeligen Software leben könnt, dann ist das MSI Claw 8 EX AI+ aktuell eines der stärksten und komfortabelsten Geräte, die ihr bekommen könnt. Müsst ihr aufs Geld schauen, würde ich in der aktuellen Marktlage eher zu einem gebrauchten Gerät greifen.
Objektiv betrachtet: Wäre dieser Handheld ohne Krisensituation erschienen, wäre er nicht nur ein richtig guter Handheld, sondern vermutlich der beste Handheld der nächsten Generation geworden. MSI hat mit dem Claw 8 EX AI+ sehr vieles richtig gemacht und beweist wieder einmal, auf das Feedback der Community zu hören.
In den kommenden Tagen folgen noch viele weitere Videos zum Claw 8 EX AI+, unter anderem ein Benchmark-Video, ein Video zur Emulation und eines dazu, wie man das Gerät an einer eGPU nutzt.

Was ist eure Meinung zum MSI Claw 8 EX AI+? Schreckt euch der Preis komplett ab oder würdet ihr trotzdem zuschlagen? Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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