Anbernic RG DS Plus im Test: Weniger RAM, kein Speicher – und trotzdem interessant
Beim Anbernic RG DS Plus ist der Name eine Falle. „Plus“ klingt nach mehr Leistung als beim Vorgänger – ist es aber nicht. Es ist derselbe Chip, es gibt weniger Arbeitsspeicher, und der interne Speicher ist komplett weggefallen. Und trotzdem ist das für mich eines der interessantesten Budget-Geräte des Jahres. Denn an einer einzigen Stelle hat Anbernic genau das getan, was man sich seit Jahren wünscht: beim Bildschirm.
(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Anbernic zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

„Plus“ heißt nicht mehr Leistung
Im RG DS Plus steckt der Rockchip RK3568 – derselbe Chip wie im originalen RG DS. Leistungstechnisch ändert sich also überhaupt nichts. Geändert hat sich der Arbeitsspeicher, und zwar nach unten: Der Vorgänger hatte 3 GB, der Plus kommt mit 1 GB. Außerdem gibt es keinen internen Speicher (eMMC) mehr. Das Betriebssystem liegt auf einer mitgelieferten 16-GB-microSD-Karte, deshalb hat das Gerät auch zwei Kartenslots: einen fürs System, einen für die Spiele.
Anbernic spart gerade systematisch beim Arbeitsspeicher, quer durch die Einsteigerklasse. In Zeiten, in denen RAM so teuer ist wie lange nicht, ist das nachvollziehbar – angenehm ist es trotzdem nicht, besonders nicht mit „Plus“ im Namen. Die gute Nachricht: Für das, wofür dieses Gerät gebaut ist, merkt man es kaum. Unter Linux und für die DS-Emulation reicht 1 GB. Richtig weh tut eher der fehlende interne Speicher: Wer Android will, muss es künftig von der Karte booten.
Preis & Einfuhrkosten

Im Anbernic-Shop kostet der RG DS Plus regulär 94,99 €, im Aktionszeitraum bis zum 18.09.2026 gab es ihn für 74,99 €. Rechnet noch etwa 15 bis 20 € für Versand und Einfuhrkosten dazu. Im Angebot landet ihr damit im Idealfall knapp unter 100 €, danach bei rund 120 €. Für einen Dual-Screen-Handheld ist beides eine echte Ansage.
Und der Hinweis, der bei Anbernic immer gilt: Der Startpreis ist nie der Preis, den ihr am Ende zahlt. In den Wochen nach dem Verkaufsstart landet so ein Gerät zuverlässig in Aktionen, zum Beispiel bei AliExpress – meist noch einmal spürbar günstiger. Wenn ihr es nicht sofort braucht, wartet ein bisschen.
Farben & Speichervarianten
Es gibt drei Farben – Matte Black, Coral Pink und Metallic Blue – und drei Speichervarianten: nur mit der 16-GB-Systemkarte oder zusätzlich mit einer 64- bzw. 128-GB-Karte für Spiele.
Technische Daten & Lieferumfang

| Prozessor | Rockchip RK3568 |
| Displays | 2× 4,3 Zoll IPS, 1024 × 768, 4:3 (unteres mit Touch) |
| Arbeitsspeicher | 1 GB |
| Speicher | kein interner, 2× microSD (16-GB-Systemkarte liegt bei) |
| System | Linux, DS-Emulator NNDDSS (Eigenentwicklung), dazu RetroArch/DraStic |
| Akku | 4.000 mAh, Laden mit 5 V / 1,5 A (7,5 W) |
| Anschlüsse | 2× USB-C (Laden/Daten und OTG), 3,5-mm-Klinke, kein Videoausgang |
| Extras | Mikrofon im Scharnier, Hall-Sensor für den Schlafmodus, 6-Achsen-Gyro, Vibrationsmotor, Stylus im Gehäuse |
| Funk | WLAN, Bluetooth 4.2 |
| Maße / Gewicht | 167 × 96 × 24 mm, ca. 344 g |

Im Karton liegen das Gerät mit bereits eingestecktem Stylus, ein USB-Ladekabel, zwei Displayschutzfolien und ein Trageband – für das es auf beiden Seiten eine Öse gibt. Bei den Anschlüssen sitzen oben zwei USB-C-Buchsen (eine zum Laden, eine für OTG), unten gibt es einen 3,5-mm-Klinkenanschluss – bei diesem Preis richtig gut. Was fehlt: ein Videoausgang. Keiner der beiden USB-C-Ports gibt ein Bild aus, das Gerät bleibt also in eurer Hand und kommt nicht an den Fernseher.
Verarbeitung, Größe & Ergonomie

Der erste Unterschied zum Vorgänger fällt auf, bevor man das Gerät überhaupt aufklappt. Der originale RG DS hatte eine glatte, glänzende Oberfläche, die jeden Fingerabdruck angenommen hat. Der Plus ist matt, leicht samtig und deutlich griffiger. Außerdem ist alles runder geworden: Wo der Vorgänger scharfe Kanten hatte, ist hier praktisch jede Kante abgerundet.

Jetzt zur Größe, denn da werden sich viele täuschen: Der RG DS Plus ist größer als sein Vorgänger – und der war schon kein kleines Gerät. 167 × 96 × 24 mm sind es hier.

Hosentaschentauglich ist das für mich nicht – es fühlt sich eher an wie ein sehr dickes Handy als wie ein Handheld, den man mal eben einsteckt. Wobei das ehrlicherweise nie mein Ansatz ist: Im Zweifel hat man eh eine Tasche oder einen Rucksack dabei. Die andere Seite: Das Gerät liegt richtig angenehm in der Hand. Hinten ist Platz für die Finger, und auch mit größeren Händen verkrampft nichts.
Zwei Details gefallen mir besonders: Der obere Bildschirm liegt leicht vertieft mit einer kleinen Kante ringsum, der untere leicht erhöht – beim Zuklappen setzt das sauber aufeinander auf, ohne Spalt. Und auf der Rückseite sitzen an beiden Enden kleine Gleitpunkte, damit das Gehäuse nicht verkratzt, wenn ihr das Gerät über den Tisch schiebt.
Das Scharnier

Über das Scharnier macht Anbernic eine große Ansage: Die Konstruktion soll die üblichen Probleme von Kunststoffscharnieren lösen – Reißen, Ausleiern und Wackeln über die Zeit. Was ich bestätigen kann: Es ist stufenlos. Das Gerät bleibt in jedem Winkel zwischen 15 und 180 Grad genau da stehen, wo ihr es hinstellt, ohne feste Raststufen und ohne abzusacken. Gut gemachte stufenlose Scharniere finde ich besser als feste Rastpunkte.
Das Ganze ist dabei deutlich strammer als bei einem echten DS oder 3DS. Wer den lockeren, leicht klappernden Gang von damals mag, wird das etwas steif finden – ich nehme lieber stramm als wackelig. Ob die Haltbarkeitsansage stimmt, kann heute niemand sagen, auch ich nicht: Ein Scharnier beurteilt man nach Monaten, nicht nach Tagen. Was für Anbernic spricht: Beim originalen RG DS habe ich kaum Berichte über kaputte Scharniere gesehen, und meins funktioniert noch wie am ersten Tag.
Tasten, Stick & Schultertasten

Die Tasten sind spürbar besser geworden. Die Aktionstasten haben einen klickigen Druckpunkt, brauchen aber deutlich weniger Kraft als beim Vorgänger, bei dem man richtig drücken musste. Die Beschriftungen sind eingespritzt statt eingraviert, was sich unter dem Daumen angenehmer anfühlt. Das Steuerkreuz geht denselben Weg: klickig, aber leichtgängig. Ich persönlich mag es eher leiser, extrem laut sind die Tasten aber nicht.
Beim Analogstick wird es interessant: Es gibt nur einen, und der sitzt unten links. Der Grund ist der Stylus-Halter, der auf der anderen Seite viel Platz frisst. Der Stick selbst ist relativ klein, es gibt bessere – durch den Klappmechanismus ist man aber auch eingeschränkt. Was der fehlende zweite Stick kostet, merkt ihr nur außerhalb von DS-Spielen, und dafür ist die Leistung ohnehin nicht ausgelegt. In diesem Fall für mich verzeihbar.

Die vier Schultertasten sitzen nebeneinander in einer Reihe, stehen minimal heraus und klicken gefühlt mit Mikroschaltern. Start und Select sitzen untereinander statt nebeneinander, links gibt es zwei Sondertasten für Menü und Zurück.
Die Displays – das Killer-Feature

Jetzt kommt der Punkt, wegen dem dieses Gerät überhaupt interessant ist – und dafür muss ich kurz rechnen. Ein Nintendo DS hat pro Bildschirm 256 × 192 Pixel. Der originale RG DS hat 640 × 480. 640 geteilt durch 256 ergibt 2,5 – keine ganze Zahl. Die Skalierung geht also nicht sauber auf, und genau daher kamen beim Vorgänger Unschärfen und ungleichmäßige Kanten.
Der RG DS Plus hat 1024 × 768. 1024 geteilt durch 256 ergibt exakt 4, 768 geteilt durch 192 ebenfalls exakt 4. Jedes DS-Pixel wird also zu einem sauberen 4×4-Block. Das sieht man sofort bei allem, was pixelbasiert ist – Menütext, Schrift, 2D-Grafik: gestochen scharf. Ein Pokémon sieht auf diesem Gerät besser aus als auf der echten Hardware. Nicht ähnlich gut – besser.
Die Kehrseite: Der mitgelieferte Emulator bietet bisher keine Hochskalierung, alles läuft in nativer DS-Auflösung. Für das beste Ergebnis solltet ihr also auf einen alternativen Emulator umsteigen – dazu gleich mehr. Technisch sind es zwei 4,3-Zoll-IPS-Panels, und Anbernic verspricht, dass beide in Farbe, Helligkeit und Pixeldichte übereinstimmen.

Dann gibt es noch ein Problem, das nur Geräte mit zwei Bildschirmen betrifft: Manche DS-Spiele bauen ein Bild senkrecht über beide Bildschirme auf, Sonic Rush zum Beispiel. Aktualisieren die beiden Panels nicht im selben Takt, wandert die obere Hälfte gegen die untere und das Bild wackelt an der Scharnierkante. Auf echter Hardware passiert das nie, bei Emulation fast immer. Ich habe das an vier Spielen getestet – und in Sonic Rush konnte ich mit bloßem Auge keine Ruckler feststellen. Das ist wirklich beeindruckend.
Kleiner Bedienhinweis: Die Helligkeit lässt sich für beide Bildschirme getrennt einstellen – oben über Menü-Taste plus Lautstärke, unten über den gedrückten Analogstick plus Lautstärke.
Stylus & Touch

Der Stylus ist das, was dieses Gerät von allen anderen Dual-Screen-Handhelds unterscheidet: Er steckt in einem Halter im Gehäuse, genau wie beim Original. Rausziehen, benutzen, zurückstecken – er rastet ein. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen „ich nutze den Touchscreen“ und „ich suche erst mal den Stift“. Der Stift besteht aus galvanisiertem Edelstahl und hat eine Gummispitze.
Hier gibt es einen technischen Unterschied: Der echte DS hat einen resistiven Touchscreen, der auf Druck reagiert – deshalb funktioniert dort eine harte Plastikspitze, die schön übers Glas gleitet. Der RG DS Plus hat einen kapazitiven Touchscreen wie euer Handy, der auf Leitfähigkeit reagiert. Dafür braucht es eine weiche, leitende Spitze, die beim Ziehen etwas mehr bremst. Die Gummispitze lässt sich übrigens abziehen und austauschen – wenn sie abgenutzt ist oder ihr eine wollt, die besser gleitet.
Ich habe das mit vielen unterschiedlichen Spielen geprüft: Es macht Spaß und funktioniert wirklich gut. Wichtig: Nur der untere Bildschirm reagiert auf Berührung. Für DS-Spiele ist das genau richtig, in den Menüs fühlt es sich am Anfang aber ungewohnt an, weil man instinktiv auch oben tippen will.
Software & der NNDDSS-Emulator

Auf dem Gerät läuft Linux, und die Oberfläche ist komplett auf zwei Bildschirme ausgelegt. Das Gerät startet direkt in den Bereich für DS-Spiele: Oben seht ihr die Liste und die Einstellungen, unten wischt ihr durch die Spiele und tippt eines zum Starten an. Es gibt eine Statusleiste mit Helligkeit, Lautstärke und Akkustand, ein helles und ein dunkles Design, eine einstellbare Schriftfarbe und drei Anzeigemodi (beide Bildschirme, nur oben, nur unten). Wie gut das optimiert ist, ist einfach fantastisch – die Bedienung geht intuitiv von der Hand.

Der DS-Emulator heißt NNDDSS und ist eine komplette Eigenentwicklung von Anbernic. Was drinsteckt, kann sich sehen lassen: Speicherpunkte, 76 Shader, Bildschirmtausch, Touchsteuerung, Echtzeituhr, Mikrofonunterstützung und Cheats – alles pro Spiel einstellbar. In der Release-Fassung gibt es außerdem eine Vorspulfunktion über R2 (ohne Gedrückthalten, bis zu zehnfache Geschwindigkeit), der Bildschirmtausch liegt auf L2. Was fehlt: ein FPS-Zähler und die Hochskalierung.

Mein wichtigster Tipp: Auf dem Gerät sind zwei DS-Emulatoren. Startet ihr ein Spiel nicht über den DS-Bereich, sondern über den RetroArch-Bereich oder die Suche, habt ihr zwei Auswahlmöglichkeiten. Die Variante mit dem kleinen „RA“ oben startet in DraStic – und der kann alles, was dem hauseigenen Emulator fehlt: FPS-Anzeige, Hochskalierung und so weiter.
Emulation – was läuft und wo Schluss ist

Erwartet bitte keine Wunder: Der RK3568 ist ein schwacher Chip, das war er schon beim Vorgänger. Was dieses Gerät kann, ist genau eine Sache – und die kann es richtig gut.
- Game Boy bis PlayStation 1: läuft alles, ohne Diskussion. Auf dem 4:3-Bildschirm füllen 16-Bit-Klassiker das Bild sauber aus, und PS1 läuft komplett durch – auch die fordernden Titel.
- N64, Dreamcast, Saturn: gemischt. Einiges läuft überraschend gut, anderes nicht in voller Geschwindigkeit – für unter 100 € trotzdem bemerkenswert.
- Nintendo DS: das eigentliche Thema. Selbst Golden Sun: Die dunkle Dämmerung, einer der forderndsten Titel der Plattform, läuft einwandfrei. Bei sehr fordernden Spielen knackt an manchen Stellen der Ton, während das Bild durchläuft. Und für Hochskalierung (derzeit nur in DraStic) reicht die Leistung meist nicht – die meisten Spiele brechen dann ein.
- PSP: läuft, aber mit Haken. PSP ist 16:9 auf einem 4:3-Bildschirm, ihr bekommt also dicke Balken und ein spürbar kleineres Bild. Dazu reicht bei etlichen Titeln die Leistung nicht. Nett, dass es geht – dafür kaufen würde ich das Gerät nicht.
- GameCube, PS2, 3DS: Schluss. Das funktioniert überhaupt nicht.
Am Ende ist dieses Gerät also ein reiner DS-Ersatz – nicht mehr, nicht weniger. Und dann ist da noch ein Punkt, den ich fast unterschätzt hätte: Das Gerät hat keinen Lüfter, es wird komplett passiv gekühlt und ist damit im Betrieb absolut lautlos. Kein Rauschen, kein Anlaufen unter Last – ihr hört nur das Spiel. Für einen Handheld, den man abends im Bett nutzt, ist das ein echtes Argument. Die Kehrseite: Die Wärme geht ins Gehäuse, und warm wird es genau dort, wo eure Fingerspitzen liegen.
Custom Firmware
Die spannendste Software kommt vermutlich gar nicht von Anbernic. Weil derselbe Chip drinsteckt wie im Vorgänger, ist ziemlich sicher, dass die alternativen Systeme für den RG DS auch hier laufen werden: ROCKNIX und GammaOS. Tatsächlich läuft GammaOS inzwischen schon auf dem RG DS Plus, und was ich da sehe, ist beeindruckend. ROCKNIX fehlt noch – ich behalte das im Auge.
Sound, Akku & Laden

Die Lautsprecher sitzen oben neben dem Bildschirm und strahlen nach vorne, also direkt zu euch – bei einem Klappgerät die richtige Position und alles andere als selbstverständlich. Der Sound ist vollkommen in Ordnung, alternativ gibt es ja den Klinkenanschluss.
Der Akku hat 4.000 mAh, Anbernic verspricht etwa 6 Stunden. Meine Erfahrung geht bei der DS-Emulation eher in Richtung 4 Stunden, je nach Helligkeit und Spiel. Und jetzt zum echten Kritikpunkt: Geladen wird mit 5 V / 1,5 A, also etwa 7,5 Watt. Schnellladen ist das nicht mal ansatzweise – ein voller Akku dauert 2 bis 3 Stunden. Wenn ein Gerät ein paar Stunden durchhält und dann fast genauso lange an der Steckdose hängt, stimmt das Verhältnis nicht. Immerhin lädt es mit so ziemlich jedem Kabel und Netzteil, das ihr zu Hause habt.
Richtig gut funktioniert dagegen der Schlafmodus: Im Scharnier sitzt ein Hall-Sensor, das Gerät merkt beim Zuklappen also selbst, dass es schlafen soll. Mitten im Spiel zuklappen, aufklappen, weiterspielen – genau wie beim Original.
Tasche für den RG DS Plus
Weil der RG DS Plus nicht in die Hosentasche passt, lohnt sich die passende Tasche von Anbernic (knapp 10 $): Hartschale mit Tragegriff, Netzfach im Deckel, und das Gerät sitzt sicher darin.
Pro & Contra
Das hat mir gefallen:
- Displays mit exakt vierfacher DS-Auflösung – gestochen scharf
- Stylus mit Halter im Gehäuse
- Komplett lautlos dank passiver Kühlung
- Launcher super optimiert für zwei Bildschirme
- Griffige, matte Oberfläche und stufenloses Scharnier (15–180°)
- Lautsprecher nach vorne, Klinke, Schlafmodus per Hall-Sensor, zwei Kartenslots, Schutzfolien und Trageband dabei
Das hat mir nicht gefallen:
- Arbeitsspeicher von 3 auf 1 GB gekürzt
- Kein interner Speicher mehr
- Hauseigener Emulator braucht noch Updates (kein FPS-Zähler, keine Hochskalierung)
- Nur ein Analogstick – wobei die Leistung für mehr ohnehin nicht reicht
- Ladegeschwindigkeit: 2 bis 3 Stunden für einen vollen Akku
- Groß und schwer – nichts für die Hosentasche
Für wen lohnt sich der RG DS Plus?

- Ihr wollt einen Nintendo DS zum Spielen – mit zwei richtigen Bildschirmen, einem Stift im Gehäuse und einem Bild, das schärfer ist als das Original? Ja, unbedingt. Für das Geld bekommt ihr das derzeit nirgendwo besser. Genau dafür wurde das Gerät gebaut, und das merkt man in jedem Detail.
- Ihr sucht einen Allrounder, der neben DS auch GameCube, PS2 oder 3DS schafft? Nein, ganz klar. Das konnte der Vorgänger nicht, und das ändert auch keine Custom Firmware. Dafür müsst ihr eine andere Preisklasse in Betracht ziehen, etwa den Retroid Pocket Duo oder den AYN Thor – für das Zwei- bis Dreifache.
- Ihr habt schon den originalen RG DS? Geschmackssache. Leistung gewinnt ihr null, bei den Bildschirmen deutlich. Wenn ihr euren alten für einen ordentlichen Preis verkauft und nur die Differenz zahlt, würde ich es machen. Den vollen Preis für dieselbe – bzw. sogar etwas schlechtere – Technik mit besserem Bildschirm muss jeder selbst abwägen.
Mein Fazit
Ist der neue Bildschirm also mehr als Marketing? Ganz klar: ja. Er ist sogar der einzige Grund, warum es dieses Gerät gibt. Anbernic hat beim RG DS Plus an allem gespart, was man nicht sieht, und genau da investiert, wo man es sieht: Arbeitsspeicher gekürzt, interner Speicher gestrichen, Android weg, derselbe alte Chip. Aber zwei größere Bildschirme mit exakt vierfacher DS-Auflösung, ein Stylus im Gehäuse, ein besseres Scharnier und eine Oberfläche, die man gerne anfasst. Für ein Gerät, das genau eine Sache macht, ist das die richtige Reihenfolge der Prioritäten.
Bei den Alternativen gibt es im Grunde nur eine Richtung, und die heißt teurer. Auf demselben Leistungsniveau steht der originale RG DS: gleicher Chip, dafür mehr RAM, interner Speicher, zwei Sticks und Android – aber kleinere Bildschirme mit krummer Skalierung und kein Stylus im Gehäuse. Eine Stufe darüber liegen der Retroid Pocket Duo bzw. Duo Lite: deutlich stärker, mit vielfach mehr Arbeitsspeicher, größerem Akku und zwei Sticks. Und wer wirklich mehr will, landet beim AYN Thor, auf dem auch GameCube, PS2, 3DS und sogar Switch-Emulation laufen – der kostet aber auch ordentlich.
Meine Empfehlung: Bis etwa 100 bis 110 €, inklusive aller Kosten, könnt ihr bedenkenlos zugreifen – gerade auch als Neueinsteiger. Das klingt viel für diese Leistungsklasse, ist es aber nicht: Ihr bezahlt hier zwei Bildschirme, und zwei Bildschirme kosten nun mal. Und bevor jemand mit dem Duo Lite gegenrechnet: Dort kommen Versand und Steuern genauso obendrauf.
Wie findet ihr den RG DS Plus – hättet ihr lieber mehr Leistung gehabt? Und wer von euch hat den originalen RG DS und würde wechseln?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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