Epomaker NEX Pro im Test: Schlichte Gaming-Maus mit genialer Lade-Dock

Nach der Epomaker Carbonis liegt jetzt die zweite Gaming-Maus des Herstellers bei mir auf dem Schreibtisch: die Epomaker NEX Pro. Während die Carbonis mit Carbon-Optik, dezentem Muster und einem kleinen Info-Display auftrumpfte, geht die NEX Pro einen komplett anderen Weg – schlicht, unauffällig und mit einem Feature, das mich im Alltag mehr überzeugt hat, als ich anfangs dachte.

(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Epomaker zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Epomaker NEX Pro Produktbild
Bildquelle: Epomaker

Design: Schlicht statt Statement

Der erste große Unterschied zur Carbonis fällt sofort auf: Die NEX Pro kommt in einem einfarbigen Silber-Grau, komplett ohne auffälliges Muster und ohne das kleine LCD-Display, das ich an der Carbonis so gefeiert habe. Stattdessen setzt Epomaker hier auf zurückhaltendes, fast schon unternehmens-taugliches Design. Für alle, die nicht bei jedem Blick auf den Schreibtisch verraten wollen, dass da eine Gaming-Maus liegt, ist das genau richtig – die NEX Pro sieht auf den ersten Blick eher aus wie eine gehobene Büro-Maus als wie ein Wettkampf-Gerät.

Epomaker NEX Pro von oben

Mit rund 65 Gramm bleibt sie ein echtes Leichtgewicht, wenn auch nicht ganz so extrem wie die 50 Gramm der Carbonis. Das Gehäuse aus ABS-Kunststoff ist ordentlich verarbeitet, fühlt sich aber – ähnlich wie schon bei der Carbonis – nicht ganz so hochwertig an wie die Soft-Touch-Oberflächen teurer Logitech-Mäuse. Das ist beim Blick auf den Preis aber durchaus verschmerzbar.


Die Lade-Dock: Der eigentliche Star

Das kleine Display der Carbonis vermisse ich ehrlich gesagt kaum, denn die NEX Pro bringt dafür etwas mit, das sich im Alltag für mich als deutlich praktischer entpuppt hat: eine RGB-Ladestation. Statt nach Feierabend nach einem Kabel zu suchen oder die Maus einfach liegen zu lassen, bis der Akku irgendwann leer ist, stellt man sie einfach auf die Dock – fertig. Über den integrierten 2,4-GHz-Empfänger in der Station bleibt der Dongle dabei permanent an einer festen Position auf dem Schreibtisch, man muss also auch nichts mehr einzeln einstecken oder verlegen.

Epomaker NEX Pro auf der Ladestation

Die Dock gibt außerdem über eine RGB-Beleuchtung klares Feedback zum Ladezustand, lässt sich per Touch-Sensor an- und ausschalten und sorgt nebenbei auch noch für ein bisschen Atmosphäre auf dem Schreibtisch. Klingt nach einer Kleinigkeit, aber im täglichen Gebrauch ist „Maus draufstellen, immer voll“ für mich der Komfort-Gewinner gegenüber einem Info-Display, das ich sowieso nur selten bewusst abgelesen habe.


Technik unter der Haube

Bei der Sensor-Technik hat sich Epomaker nicht lumpen lassen: Der PixArt PAW3950 ist aktuell einer der besten am Markt verfügbaren Gaming-Sensoren und werkelt hier mit bis zu 42.000 DPI, 750 IPS Tracking-Speed und 50G Beschleunigung. In der Praxis sind 42.000 DPI für so gut wie niemanden wirklich relevant – realistisch bewegt man sich bei 800 bis 1600 DPI –, aber es zeigt, dass hier keine Kompromisse beim Sensor gemacht wurden.

Spannender ist da schon die Polling-Rate von bis zu 8000 Hz über Kabel und 2,4-GHz-Verbindung, die für spürbar geringere Latenz bei schnellen Bewegungen sorgt. Insgesamt stehen drei Verbindungsarten zur Wahl: 2,4 GHz, Bluetooth und USB-C-Kabel. Konfiguriert wird auch hier komplett über eine Online-Software direkt im Browser, ganz ohne Treiber-Installation – DPI-Stufen, Polling-Rate, Makros und die fünf programmierbaren Tasten lassen sich so in wenigen Klicks anpassen.

Epomaker NEX Pro Unterseite mit Sensor und Verbindungsschalter

Der verbaute 500-mAh-Akku soll laut Epomaker bis zu 350 Stunden bei 125 Hz beziehungsweise rund 50 Stunden im vollen 8000-Hz-Modus durchhalten. Dank der Dock ist das aber ohnehin fast egal – aufgeladen wird sowieso automatisch zwischendurch.


Preis-Leistung: Epomaker gegen die etablierte Konkurrenz

Mit knapp 84 Euro ist die NEX Pro kein Schnäppchen, und das muss man auch klar so benennen. Für ungefähr dasselbe Geld bekommt man bereits Top-Modelle von Logitech, die mit flüsterleisen Tasten, mehr Zusatztasten und einem cleveren, seitlichen Scrollrad aufwarten – Dinge, die man an der NEX Pro vergeblich sucht. Der Unterschied: Diesen Logitech-Modellen fehlen dafür die waschechten Gaming-Features wie die extreme 8000-Hz-Polling-Rate, der High-End-Sensor und das super geringe Gewicht.

Es läuft also, wie so oft, auf eine Abwägung hinaus: Wer eher im Büro-Alltag unterwegs ist und Wert auf leise Klicks und viele Zusatztasten legt, ist bei Logitech vermutlich besser aufgehoben. Wer dagegen auch zockt und eine Maus sucht, die beides einigermaßen gut kann – dazu noch mit einem dezenten Design, das nicht sofort nach „Gaming-Setup“ schreit –, bekommt mit der NEX Pro ein rundes Gesamtpaket.

Lieferumfang

Neben der Maus selbst liegen die RGB-Ladestation, ein abnehmbares USB-A-zu-USB-C-Kabel, zusätzliche Grip-Tapes sowie eine mehrsprachige Anleitung im Karton – ein vollständiges Paket, bei dem nichts fehlt, um direkt loszulegen.

Lieferumfang der Epomaker NEX Pro

Epomaker NEX Pro auf der Ladestation, Produktbild
Bildquelle: Epomaker

Technische Daten der Epomaker NEX Pro im Überblick

MerkmalSpezifikation
GehäusematerialABS-Kunststoff
Gewichtca. 65g (ohne Ladestation)
SensorPixArt PAW3950 (750 IPS / 50G Beschleunigung)
DPI-Stufen400, 800, 1600, 3200, 8000, 42.000
Polling RateBis zu 8000Hz (Kabel & 2,4GHz), 125Hz (Bluetooth)
Tasten5 programmierbare Tasten
Konnektivität2,4GHz Wireless, Bluetooth, USB-C-Kabel
Akku500mAh, bis zu 350 Std. (125Hz) / 50 Std. (8000Hz)
Ladezeitca. 1,5 Stunden per RGB-Ladestation oder USB-C
KompatibilitätWindows, macOS, Linux, PS4/PS5
Abmessungen12,2 × 6,5 × 4,2 cm
Preisca. 84€

Fazit: Für wen lohnt sich die NEX Pro?

Die Epomaker NEX Pro ist keine Maus, die mit Schnickschnack auffallen will – und genau das ist ihre Stärke. Wer ein dezentes Design, einen High-End-Sensor und vor allem den Alltagskomfort einer Ladestation zu schätzen weiß, bekommt hier ein wirklich rundes Paket. Wer dagegen auf ein spielerisches Extra wie das Info-Display der Carbonis oder auf Logitech-typischen Bedienkomfort mit leisen Tasten und Zusatztasten Wert legt, sollte genauer hinschauen, ob die NEX Pro die richtigen Prioritäten setzt.

Was haltet ihr von der Maus? Lade-Dock oder Info-Display – was wäre euch wichtiger?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.

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