MonsGeek M1 V5 TMR im Test: Massives Alu, genialer Sound – und endlich ISO-DE
Nach einer ganzen Reihe Epomaker-Tastaturen liegt jetzt mal wieder etwas von MonsGeek auf dem Schreibtisch – und zwar die M1 V5 TMR. Der Name verrät schon das Highlight: Hier stecken keine klassischen Hall-Effect-Switches drin, sondern TMR-Sensoren. Und eine Sache vorweg, die für viele von euch wahrscheinlich wichtiger ist als jede Sensor-Technologie: Es gibt sie mit echtem ISO-DE-Layout.
(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Akko zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Unboxing: Ein bisschen Zeremonie
Das Auspacken macht hier tatsächlich mehr her als bei den meisten Tastaturen, die ich in letzter Zeit hatte. Unter dem Deckel liegt zunächst eine dicke Schaumstoffplatte, die die Tastatur richtig satt schützt.

Darunter kommt dann der Moment, der das Auspacken für mich aufwertet: Die Tastatur steckt in einem milchig-transparenten Papier mit MonsGeek-Logo. Klingt nach einer Kleinigkeit, wirkt aber deutlich wertiger als die übliche Plastiktüte – so ein bisschen Apple-Gefühl beim Auspacken.

Lieferumfang: Gute Werkzeuge, aber ein loser Dongle
Im Karton liegen ein USB-A-auf-USB-C-Kabel, ein Tastenkappen-Abzieher, ein Switch-Abzieher, der 2,4-GHz-Empfänger und ein Handbuch. Die beiden Werkzeuge wirken auf mich hochwertiger als die Plastik-Puller, die man sonst oft beigelegt bekommt.

Zwei Punkte fallen dabei aber negativ auf. Erstens: Es liegen keine Ersatz-Switches bei, was bei Tastaturen in dieser Preisklasse eigentlich Standard ist. Zweitens, und das finde ich fast ärgerlicher: Der 2,4-GHz-Dongle liegt lose in einem kleinen Tütchen im Karton. Es gibt kein Fach im Gehäuse, in dem er verschwinden könnte – wer ihn nicht sofort einsteckt, hat gute Chancen, ihn beim ersten Aufräumen zu verlieren.
Und das Handbuch? Das ist ein dünner, gefalteter Zettel und wirkt spürbar günstiger als das, was man bei manch anderer Marke bekommt. Funktional ist es in Ordnung – die Tabellen zu den LED-Anzeigen und Verbindungsmodi sind sogar recht übersichtlich –, aber schön ist anders.

Verarbeitung: Massiv, kühl und richtig schwer
Und hier wird es dann richtig gut. Das Erste, was mir beim Herausnehmen aufgefallen ist: Wie unfassbar massiv und schwer dieses Ding ist. Das ist kein Kunststoffgehäuse mit Alu-Optik, sondern ein CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse – und das merkt man sofort. Die Tastatur steht wie festgenagelt auf dem Tisch, da verrutscht nichts.
Dazu kommt etwas, das man bei Plastikgehäusen einfach nicht hat: Das Gehäuse fühlt sich angenehm kühl an, wenn man die Hände drauflegt – der Drehregler genauso.
Die Oberfläche ist dabei nicht glatt, sondern fein sandig-rau, fast wie sehr feines Schleifpapier, und schimmert je nach Lichteinfall ein bisschen. Fühlt sich richtig gut an, sieht gut aus, und Fingerabdrücke sieht man praktisch keine. So eine Oberfläche kennt man sonst eher von teuren Custom-Tastaturen.

Ein Detail am USB-C-Anschluss: Da sitzt ein Gummiring mit „MonsGeek Keyboard“-Schriftzug drumherum. Der ist nicht fest verbaut, den kann man einfach abmachen, wenn er einem nicht gefällt oder das Kabel nicht sauber reinpasst. Auf der Unterseite geht es dann schlicht weiter, mit vier großen Gummifüßen und dem Typenschild.

Der Sound: Genau so soll eine laute Tastatur klingen
Das ist für mich das Highlight. Ich bin normalerweise Team „leise Tastatur“ – aber wenn ich auf laute Tastaturen stehen würde, dann wäre genau das das Geräusch, das ich haben wollen würde. Der Anschlag klingt satt, voll und tief, ohne hohl zu klingen oder zu scheppern. Das ist einfach hammer.
Dass das kein Zufall ist, sieht man am Aufbau: Gasket-Mount, PORON-Plattenschaum, mehrere Dämpfungsschichten und vormontierte, entmagnetisierte TPU-Stabilisatoren. Dazu die schwere Alu-Wanne, die tieffrequente Resonanzen schluckt. Wichtig für die Erwartungshaltung: Das ist eine laute Tastatur. Wer im Büro oder Großraum sitzt oder nachts neben schlafenden Menschen tippt, sollte das einkalkulieren – auch andere Käufer beschreiben den Klang als „gut, aber ziemlich laut“.

Endlich wieder ISO-DE
Wer meine letzten Tastatur-Reviews gelesen hat, kennt meinen Standard-Kritikpunkt: kein deutsches Layout. Hier ist das anders – die M1 V5 TMR gibt es in der Variante Black & Silver mit echtem ISO-DE-Layout. Also mit ü, ö, ä, ß, großer Enter-Taste und allem, was dazugehört.

Das Layout selbst ist ein 75%-Format mit Drehregler oben rechts und einer eigenen Spalte für Home, PgUp, PgDn und End. Anders als bei manch anderer 75%-Tastatur wirkt hier nichts gequetscht: Die Tasten haben ordentlich Luft, der rechte Block ist sauber abgesetzt, und es gibt eine echte Pfeiltasten-Anordnung. Die Tastenkappen sind PBT im Cherry-Profil, also die langlebigere Sorte, die nicht so schnell speckig glänzt.
Die RGB-Beleuchtung sitzt south-facing, scheint also von unten durch die Zwischenräume und leuchtet die Tastenkappen von der richtigen Seite aus. 15 voreingestellte Effekte sind an Bord, alles Weitere geht über den Web-Treiber.

TMR statt Hall Effect: Was ist der Unterschied?
Beide Technologien machen im Kern dasselbe: Sie messen berührungslos ein Magnetfeld und leiten daraus ab, wie weit eine Taste gedrückt ist. Dadurch gibt es keinen mechanischen Kontakt, der verschleißen kann – und man kann den Auslösepunkt frei einstellen sowie Features wie Rapid Trigger nutzen.
Der Unterschied liegt im Sensor. Hall-Effect-Sensoren erzeugen eine Spannung, wenn sich das Magnetfeld ändert. TMR-Sensoren (Tunnel-Magnetoresistenz) nutzen dagegen einen quantenmechanischen Effekt, bei dem sich der elektrische Widerstand des Materials im Magnetfeld ändert. Praktisch bedeutet das:
- Höhere Empfindlichkeit: TMR-Sensoren reagieren laut Akko auf deutlich kleinere Magnetfeldänderungen – das ermöglicht hier eine Rapid-Trigger-Auflösung von 0,01 mm statt der sonst üblichen 0,05 bis 0,1 mm.
- Saubereres Signal: Weniger Drift und weniger Nachkalibrieren, weil das Signal von Haus aus präziser ist.
- Weniger Stromverbrauch: Gerade bei kabellosen Tastaturen relevant – TMR ist sparsamer als Hall Effect.
- Höherer Preis: Die Fertigung ist aufwendiger, deshalb kosten TMR-Modelle spürbar mehr.
Ganz ehrlich: Ob ihr im Spiel den Unterschied zwischen 0,01 mm und 0,05 mm Auflösung merkt, ist eine andere Frage. Für die allermeisten dürfte auch eine gute Hall-Effect-Tastatur völlig reichen – TMR ist eher etwas für Leute, die kompetitiv spielen und wirklich jedes Detail ausreizen wollen. Wer tiefer einsteigen will: Akko hat das selbst ausführlich erklärt.
MagMech: Magnet- und Mechanik-Switches mischen
Das cleverste Feature ist für mich aber ein anderes. Die M1 V5 TMR ist MagMech-kompatibel – sie kann also nicht nur Magnetschalter lesen, sondern auch ganz normale mechanische 5-Pin-Switches. Und zwar gemischt, auf derselben Platine.
Das heißt, ihr könnt zum Beispiel WASD und die Pfeiltasten mit Magnetschaltern bestücken, um dort Rapid Trigger zu nutzen, und den ganzen Rest mit klassischen mechanischen Switches belegen, weil euch das Tippgefühl dort besser gefällt. Dazu ist die Tastatur mit gängigen Magnetschaltern von Drittanbietern kompatibel. Hinzu kommt das Kugelschnapper-Design: Das Gehäuse lässt sich ohne Schrauben und ohne Werkzeug öffnen, was Switch-Wechsel und Reinigung deutlich angenehmer macht.
Ab Werk stecken hier Akko AstroAim Magnetschalter drin – linear, 35 gf Anfangs- und 55 gf Endkraft, 3,5 mm Gesamtweg.
Gaming-Features & Konnektivität
Auf der Gaming-Seite ist alles da, was aktuell Standard ist: Rapid Trigger mit 0,01 mm, ein von 0,1 bis 3,4 mm frei einstellbarer Auslösepunkt pro Taste, Snap Key (MonsGeeks SOCD-Umsetzung), Dynamic Keystrokes, Toggle Key, Mod-Tap und freies Remapping. Die Abfragerate liegt bei 8000 Hz per Kabel und 2,4 GHz, die Scan-Rate bei 32 kHz – dafür sitzen im Board 15 dedizierte Logic-ICs, die der CPU (ARM Cortex-M4) Arbeit abnehmen.
Verbunden wird per 2,4 GHz, Bluetooth 5.0 (bis zu drei Geräte) oder USB-C. Der Akku ist mit 8000 mAh üppig dimensioniert. Der Umschalter für Mac-Wireless, Windows-Kabel und Windows-Wireless sitzt übrigens etwas versteckt unter der Caps-Lock-Taste – gut zu wissen, bevor ihr das Gehäuse absucht. Konfiguriert wird über einen Web-Treiber, der ohne Installation direkt im Browser läuft.
Ein Punkt, der in Käuferbewertungen auftaucht und den man kennen sollte: Trotz Magnetschaltern gibt es keine analoge Gamepad-Funktion. Wer die Tasten wie einen Joystick stufenlos zum Lenken oder Gasgeben nutzen möchte, ist hier falsch – das können andere Magnettastaturen, diese nicht.
Im Vergleich zu den Epomaker-Modellen
Da hier in letzter Zeit einige Epomaker-Tastaturen über den Tisch gegangen sind, drängt sich der Vergleich auf – auch wenn man dazusagen muss, dass die MonsGeek preislich in einer ganz anderen Liga spielt (dazu gleich mehr). Was mir direkt aufgefallen ist:
- Auspacken: Punkt für MonsGeek. Das milchige Papier mit Logo wirkt hochwertiger als die Standard-Plastiktüte.
- Werkzeuge: Punkt für MonsGeek. Die Abzieher fühlen sich solider an.
- Handbuch: Punkt für Epomaker. Der dünne Faltzettel hier wirkt deutlich billiger.
- Ersatz-Switches: Punkt für Epomaker. Da liegen fast immer welche bei, hier gar keine.
- Dongle: Klarer Punkt für Epomaker. Die verstauen den 2,4-GHz-Empfänger im Gehäuse oder unter einem Standfuß – hier liegt er lose im Karton und ist schnell weg.
- Gehäuse und Klang: Deutlicher Punkt für MonsGeek. Vollaluminium statt ABS, spürbar mehr Gewicht, und ein Klang, der einfach eine Klasse für sich ist.
- ISO-DE: Punkt für MonsGeek – zumindest bei diesem Modell, denn hier gibt es endlich das deutsche Layout.
Farbvarianten – und die günstigere Version ohne TMR
Jetzt kommt der Haken, und der ist wichtig: Die ISO-DE-Variante gibt es ausschließlich in Black & Silver. Alle anderen Farbvarianten der M1 V5 TMR – Black Transparent, White Transparent und Black Gradient – gibt es nur mit US-ANSI-Layout (bzw. ISO-UK). Wer also das deutsche Layout will, hat farblich keine Wahl.

Optisch am spannendsten finde ich die transparenten Varianten, bei denen man durch die Tastenkappen auf die Switches schaut:
Und wenn euch TMR nicht so wichtig ist: Es gibt dieselbe Tastatur auch als M1 V5 HE mit klassischen Hall-Effect-Sensoren – aktuell für rund 133 Euro statt der knapp 193 Euro für die TMR-Version. Ihr bekommt dort dasselbe Aluminiumgehäuse, denselben Gasket-Aufbau und damit auch den gleichen Klang-Charakter, nur eben mit 0,005 mm statt 0,01 mm Präzision und ohne die Möglichkeit, mechanische Switches zu mischen. Für die meisten wäre das aus meiner Sicht die vernünftigere Wahl – aber Achtung: die HE-Version gibt es nur in Black und White Transparent, also ohne ISO-DE. Wer das deutsche Layout braucht, muss zur TMR-Variante greifen.
Technische Daten der MonsGeek M1 V5 TMR im Überblick
| Merkmal | Spezifikation |
| Layout | 75%, ISO-DE (nur Black & Silver), sonst US-ANSI / ISO-UK |
| Sensor | TMR (Tunnel-Magnetoresistenz) |
| Switches | Akko AstroAim Magnetic (linear, 35 gf / 55 gf, 3,5 mm) |
| Rapid Trigger | 0,01 mm (0,01–2,00 mm einstellbar) |
| Auslösepunkt | 0,1–3,4 mm pro Taste einstellbar |
| Gaming-Features | Snap Key (SOCD), Dynamic Keystrokes, Toggle Key, Mod-Tap, Remapping |
| Polling / Scan Rate | 8000 Hz (Kabel/2,4 GHz) / 32 kHz Scan-Rate |
| CPU | ARM Cortex-M4 + 15 dedizierte Logic-ICs |
| Hot-Swap | Ja – MagMech: Magnet- und mechanische 5-Pin-Switches mischbar |
| Gehäuse | CNC-Aluminium, sandgestrahlt & eloxiert, Gasket-Mount |
| Dämpfung | PORON-Plattenschaum + mehrlagiges Dämpfungssystem |
| Plate | PC (ISO-DE) bzw. Aluminium (je nach Variante) |
| Stabilisatoren | Vormontiert, entmagnetisiert, TPU Double-Shot |
| Tastenkappen | PBT Double-Shot, Cherry-Profil |
| Konnektivität | 2,4 GHz / Bluetooth 5.0 (3 Geräte) / USB-C |
| Akku | 8000 mAh |
| RGB | South-facing, 15 Presets + Web-Treiber |
| Besonderheit | Kugelschnapper – Öffnen ohne Schrauben und Werkzeug |
| Preis | ca. 193 € (TMR, ISO-DE) / ca. 133 € (HE-Version ohne TMR) |
Fazit: Die beste Tastatur hier seit Langem – aber sie hat ihren Preis
Die MonsGeek M1 V5 TMR ist die erste Tastatur seit Längerem, bei der ich beim Auspacken wirklich kurz „wow“ gedacht habe. Das massive Aluminiumgehäuse mit der rauen, schimmernden Oberfläche, das Gewicht, der kühle Drehregler und vor allem dieser satte, volle Klang – das ist eine ganz andere Liga als das, was ich zuletzt auf dem Tisch hatte. Dazu ein 75%-Layout, das nicht gequetscht wirkt, jede Menge Gaming-Features und endlich mal wieder ein echtes deutsches ISO-Layout.
Die Kritikpunkte sind dagegen Kleinigkeiten: der lose Dongle, der leicht verloren geht, fehlende Ersatz-Switches und ein Handbuch, das nicht zum Rest passt. Der eigentliche Haken ist der Preis – mit knapp 193 Euro kostet sie ungefähr das Doppelte der Epomaker-Modelle, die ich zuletzt getestet habe.
Mein Tipp deshalb: Wenn ihr auf ISO-DE angewiesen seid, führt kein Weg an der TMR-Version vorbei. Wenn euch das US-Layout nichts ausmacht, spart euch die 60 Euro und nehmt die HE-Version – die bekommt ihr für rund 133 Euro, und die bringt das gleiche geniale Gehäuse und den gleichen Klang mit. Denn ganz ehrlich: Das, was diese Tastatur so gut macht, ist nicht der TMR-Sensor. Es ist alles drumherum.
Wie wichtig ist euch ein ISO-DE-Layout – Ausschlusskriterium oder gewöhnt ihr euch an US-Layouts?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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