Retroid Pocket G2 Review – Wie gut ist dieser Handheld wirklich?
Wenn man den Retroid Pocket G2 das erste Mal in der Hand hält, hat man sofort ein Déjà-vu-Erlebnis: „Moment, das kenne ich doch.“ Und das stimmt! Optisch ist er praktisch ein Retroid Pocket 5 in neuem Gewand – gleiche Größe, gleiche Form, gleiche Knöpfe. Doch unter der Haube hat sich etwas Entscheidendes getan: Der alte Snapdragon 865 musste weichen und wurde durch den modernen Snapdragon G2 Gen 2 ersetzt. Hier also das Retroid Pocket G2 Review.
Transparenz-Hinweis: Das Gerät wurde mir für diesen Test zur Verfügung gestellt. Ich habe jedoch keinerlei Vorgaben erhalten und meine Meinung wurde in keiner Weise beeinflusst.
Design & Ergonomie: Ein bekannter Klassiker
Der G2 wirkt wie die Weiterentwicklung eines echten Klassikers (Retroid Pocket 5). Die Kombination aus der gläsernen Front und dem leicht körnigen Kunststoff auf der Rückseite fühlt sich sehr hochwertig an. Mit seinen leichten Griffbögen auf der Rückseite liegt er ergonomisch hervorragend in der Hand.



Auch optisch habt ihr die Qual der Wahl, denn es stehen insgesamt 5 Farben zur Auswahl: Turquoise, 16 Bit, GC (GameCube-Stil), Yellow und Black.

Die Steuerung
Hier leistet Retroid ganze Arbeit:
- 3D Hall-Sticks: Die Analogsticks laufen butterweich und dank Hall-Effekt-Technologie müsst ihr keine Angst vor Stick-Drift haben.
- D-Pad: Ein kleines Meisterwerk – präzise und ideal positioniert.
- Buttons: Positiv anzumerken ist, dass man das Layout der ABXY-Tasten selbst anpassen kann. Die Schultertasten sind hörbar „klicky“, was mir persönlich gut gefällt.

Ein optionales Grip-Case verwandelt den G2 quasi in einen vollwertigen Controller, macht ihn aber weniger portabel.


Das Display
Das Display ist eines der Highlights. Wir bekommen hier ein 5,5 Zoll AMOLED Panel mit 1080p Auflösung.
- Qualität: Tolle Farben ohne Übersättigung, perfekte Schwarzwerte und gute Kontraste.
- Helligkeit: Hell genug für draußen, aber auch extrem dunkel einstellbar für Sessions im Bett. Einziges Manko im Vergleich zu High-End-Geräten: Es bietet „nur“ 60Hz, was in dieser Preisklasse aber verschmerzbar ist.


Technische Daten im Überblick
Hier sind die harten Fakten zum Retroid Pocket G2. Besonders wichtig für die konstante Leistung: Das Gerät verfügt über eine aktive Kühlung.
| Kategorie | Details |
| Processor | G2 Gen 2 |
| Process | 4nm |
| CPU | 1 GoldPlus @ 2.8GHz 4 Gold @ 2.57GHz 3 Silver @ 1.9GHz |
| GPU | Adreno A22 |
| RAM | 8GB LPDDR5x |
| Storage | 128GB UFS3.1 |
| Screen | 5.5″ 1080p 60Hz AMOLED |
| Video Output | DisplayPort 1080p via USB-C |
| Connectivity | Wi-Fi 6 + BT5.4 |
| Interface | USB 3.1 Type C 3.5mm Audio Jack TF Card Slot |
| OS | Android 15 |
| Battery | 5000mAh |
| Charging Speed | 27Watt |
| Cooling | Active Cooling |
| Size | 199.2 * 78.5 * 15.6 mm |
| Weight | 280g |
Performance & Emulation
Was kann der neue Chip wirklich? Das Preis-Leistungs-Verhältnis für knapp 200 € ist beeindruckend.
- Retro (NES bis PSP): Läuft absolut perfekt. Hier gibt es keine Grenzen.
- GameCube & Wii: Ein Highlight! Viele Spiele laufen mit 3-facher Auflösung. Anspruchsvollere Titel benötigen den High-Performance-Modus, laufen aber meist sehr konstant.
- PlayStation 2: Auch hier meistert der G2 vieles sehr gut (teilweise 2,5-fache Auflösung). Bei grafisch sehr anspruchsvollen Titeln kommt das Gerät an seine Grenzen, ist aber insgesamt ein Hauptgrund für den Kauf.
- Nintendo Switch: Etwa zwei Drittel der Bibliothek laufen „mehr oder weniger“. Titel wie Mario Wonder oder Mario Kart 8 sind spielbar (ggf. auf 720p runtergehen).
- PC-Gaming: Über GameHub laufen leichtere Indie-Games, allerdings ist der RAM und der Speicher oft ein Problem.




Software & Features
Der G2 kommt mit Android 15, was maximale Flexibilität bedeutet. Ihr könnt Emulatoren, Frontends (wie Daijishō) und Apps nach Belieben nutzen. Besonders cool: Über den USB-C-Port könnt ihr ein Videosignal (1080p) ausgeben und den Handheld so fast wie eine Konsole am TV nutzen.


Akkulaufzeit: Ein Dauerläufer
Der 5000mAh Akku liefert in Kombination mit dem effizienten Chip geniale Werte:
- Retro-Gaming: 12 bis 14 Stunden
- GameCube: 5 bis 8 Stunden
- PS2: 3 bis 5 Stunden
- Switch: 2 bis 4 Stunden
Das Problem: Der Retroid Pocket 6
Der Retroid Pocket G2 ist ein fantastischer Handheld. Aber er befindet sich in einer seltsamen Position. Warum? Weil der Retroid Pocket 6 in den Startlöchern steht. Dieser kostet nur knapp 10 € mehr, bietet aber den deutlich stärkeren Snapdragon 8 Gen 2, ein 120Hz AMOLED Display und einen größeren Akku.
Das macht die Entscheidung für den G2 schwierig. Für nur einen minimalen Aufpreis bekommt man beim Nachfolger (oder großen Bruder) deutlich mehr Hardware.
Fazit
Der Retroid Pocket G2 ist für sich genommen brillant: Kompakt, tolles AMOLED-Display, 3D Hall-Sticks, starke Emulationsleistung bis hin zu Switch und PS2, dazu eine Wahnsinns-Akkulaufzeit dank aktiver Kühlung.
Kaufempfehlung?
- Ja, wenn ihr jetzt ein Gerät wollt, nicht auf den 6er warten könnt und primär PS2/GameCube zocken wollt.
- Nein/Warten, wenn ihr das Maximum für euer Geld wollt. Der Retroid Pocket 6 macht den G2 durch den geringen Preisunterschied fast obsolet.
Wie seht ihr das? G2 kaufen oder auf den Pocket 6 warten?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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