Steam Machine Benchmark: 40 Spiele im Test – ist sie wirklich zu schwach?

Über die Steam Machine liest man immer wieder, ihre Leistung sei nicht ausreichend. Stimmt das? Um das zu klären, habe ich 40 Spiele auf Valves Wohnzimmer-PC getestet – aktuelle AAA-Titel, ein paar ältere Klassiker und einige Indie-Spiele. Alle laufen in WQHD, und bei jedem Spiel habe ich nach dem besten Kompromiss aus Grafik und Performance gesucht. Hier sind alle Ergebnisse.

So habe ich getestet

Die Auflösung liegt bei allen Spielen bei WQHD (2560 × 1440). Pro Spiel habe ich die Grafikeinstellungen so gewählt, wie ich selbst spielen würde – das geht hier und da sicher noch etwas besser, aber es gibt euch eine realistische Einordnung. Upscaling und vor allem Frame Generation lasse ich in der Regel aus, damit ihr die Rohleistung seht. FSR ist nur bei einzelnen Spielen aktiv, darauf weise ich dann jeweils hin. Wer mehr über die Hardware wissen will, findet alle technischen Daten in meinem ausführlichen Test der Steam Machine.

Butterweich: 60 FPS und mehr

Den Anfang macht das Gothic 1 Remake. In meinem ersten Test lief es noch sichtlich schlechter, jetzt gibt es keine Ruckler und keine Standbilder mehr – das läuft butterweich. Mein Tipp: Aktiviert Proton Experimental. Dann wird FSR 3 offenbar automatisch in FSR 4 umgewandelt, ihr müsst den Umweg über OptiScaler nicht gehen, und die gelegentlichen Ruckler bleiben aus.

Gothic 1 Remake auf der Steam Machine

Kingdom Come: Deliverance 2 erreicht mit dem Preset Hoch und aktivem FSR saubere 60 FPS. Das Spiel ist sehr gut optimiert. Wer will, kann auch die Grafik weiter hochdrehen und dafür die Auflösung senken.

Kingdom Come Deliverance 2 auf der Steam Machine

Bei Pragmata von Capcom komme ich mit meinen Einstellungen auf knapp 60 FPS. Texturen, Schatten und Effekte sehen dabei richtig schön und detailliert aus. Capcom hat dieses Jahr technisch wirklich einen Lauf.

Pragmata auf der Steam Machine

God of War Ragnarök läuft mit Ultra-Preset, voller WQHD-Auflösung und ganz ohne Frame Generation mit knapp 60 FPS – ohne Standbilder. Schaltet ihr Frame Generation dazu, landet ihr bei knapp 100 FPS. Damit könntet ihr sogar versuchen, in 4K auf dem großen Fernseher zu spielen, eventuell mit etwas reduzierten Einstellungen.

God of War Ragnarök auf der Steam Machine

Elden Ring mit maximalen Grafikeinstellungen: 60 FPS, komplett flüssig, keine Ruckler. Bei Dragon Ball Sparking Zero bleibt es mit dem Preset Hoch ebenfalls bei stabilen 60 FPS – egal wie viele Kamehamehas gerade durch die Luft fliegen. Gerade bei solchen Spielen wären Ruckler besonders nervig.

Elden Ring auf der Steam Machine
Dragon Ball Sparking Zero auf der Steam Machine

Bei Fighting Games ist das A und O, dass nichts ruckelt. Virtua Fighter 5 R.E.V.O. läuft in WQHD mit maximalen Einstellungen und FPS-Limit durchgängig flüssig. Ein Display mit VRR ist bei solchen Spielen übrigens von Vorteil.

Virtua Fighter 5 R.E.V.O. auf der Steam Machine

Path of Exile 2 könnt ihr komplett auf Anschlag stellen. Mit einem 60-FPS-Limit läuft es butterweich, auch wenn viel los ist – ohne Einbrüche. Last Epoch schlägt in dieselbe Kerbe: Mit dem Preset Sehr hoch sind selbst in der actionreichen Anfangssequenz 80 FPS drin.

Path of Exile 2 auf der Steam Machine
Last Epoch auf der Steam Machine

Outcast – A New Beginning läuft auf dem Ultra-Preset mit 60 bis 80 FPS, selbst wenn ihr mit dem Jetpack schnell durch die Gegend fliegt. Ghost of Tsushima erreicht mit dem Preset Hoch teilweise sogar Werte über 60 FPS. Marvel’s Spider-Man Remastered kommt mit maximalen Einstellungen und ohne Frame Generation auf 70 bis 80 FPS – hier wäre mit Frame Generation oder etwas reduziertem Preset sogar 4K drin.

Outcast A New Beginning auf der Steam Machine
Ghost of Tsushima auf der Steam Machine
Marvel's Spider-Man Remastered auf der Steam Machine

Fantasy Life i läuft mit maximalen Einstellungen bei 80 bis 90 FPS – hier könnt ihr also auch problemlos auf 4K hochgehen. Bunte, knallige Farben und tolle Effekte; ich kann das Spiel wirklich jedem empfehlen. Final Fantasy XVI mit dem Preset Mittel kommt teilweise auf über 100 FPS, auch im Kampf. Hier ist also noch Luft nach oben.

Fantasy Life i auf der Steam Machine
Final Fantasy XVI auf der Steam Machine

Dragon’s Dogma 2 habe ich noch vor dem jüngsten Update aufgenommen. Mit dem Preset Niedrig komme ich auf knapp 100 FPS, mit Schwankungen bis runter auf 80. Mit dem Update dürftet ihr die Grafik noch ein gutes Stück höher stellen können. Und Elex, der erste Teil, läuft mit allem auf Anschlag bei rund 70 FPS – ach, wie habe ich dieses Sound-Design vermisst.

Dragon's Dogma 2 auf der Steam Machine
Elex auf der Steam Machine

Zwei Ergebnisse sind eher ein Running Gag als ein ernsthafter Benchmark: Risen läuft mit maximalen Einstellungen bei 200 bis 300 FPS – ihr könntet problemlos in 4K spielen. Bei Hollow Knight: Silksong habe ich V-Sync deaktiviert, und die Framerate klettert auf 700 bis 900 FPS. Sinnvoll ist das natürlich nicht, aber witzig anzusehen.

Risen auf der Steam Machine
Hollow Knight Silksong auf der Steam Machine

Solide: 45 bis 60 FPS

Das Highlight ist für mich Cyberpunk 2077: Mit dem Preset Raytracing Niedrig, FSR 2.1 auf Automatisch und ohne Frame Generation liefert der integrierte Benchmark im Schnitt 58 FPS – minimal 50, maximal fast 72. Mit Frame Generation dürften es etwa 90 bis 110 FPS werden. Alternativ geht ihr auf Full HD und dreht dafür die Grafik weiter hoch.

Cyberpunk 2077 Benchmark auf der Steam Machine mit 58 FPS im Durchschnitt

Forza Horizon 6 läuft auf Ultra fast durchgehend mit 50 bis 60 FPS, nur selten bin ich unter 45 FPS gefallen – für Forza ein richtig gutes Ergebnis. The Witcher 3 erreicht mit dem Raytracing-Preset solide 50 FPS, ohne Ruckler oder Standbilder. Die Aufnahmen stammen allerdings noch aus der Zeit vor der Remastered-Version, dort dürfte es etwas weniger sein.

Forza Horizon 6 auf der Steam Machine
The Witcher 3 mit Raytracing auf der Steam Machine

Bei The Last of Us Part II war ich wirklich erstaunt: Preset Sehr hoch, komplett nativ ohne FSR oder Frame Generation, und trotzdem 40 bis 60 FPS. Unter 40 FPS geht es in der Regel gar nicht – technisch ein richtig sauberes Spiel.

The Last of Us Part II auf der Steam Machine

Monster Hunter Wilds lief auf Gaming-Handhelds nie ganz rund, auf der Steam Machine sieht das mit dem Preset Hoch ganz anders aus: Auch bei vielen Monstern und Effekten sind meist 50 FPS drin, nur selten rutscht es auf 45 FPS ab. Black Myth: Wukong war mir mit dem Preset Sehr hoch mit 30 bis 35 FPS zu schwach. Mit dem Preset Hoch bewege ich mich im Schnitt bei rund 50 FPS, teilweise Richtung 60 – für so ein Spiel ausreichend, und es sieht fantastisch aus.

Monster Hunter Wilds auf der Steam Machine
Black Myth Wukong auf der Steam Machine

Metal Gear Solid Delta: Snake Eater bietet nicht ganz so viele Einstellungsmöglichkeiten. Mit hochgestelltem Grafik-Preset erreiche ich 40 bis 50 FPS, ohne Ruckler. Yakuza Kiwami 3 hält auf der höchsten Stufe selbst in effektreichen Kämpfen gute 45 FPS. Horizon Zero Dawn Remastered kommt mit dem Preset Hoch auf 45 bis 50 FPS.

Metal Gear Solid Delta Snake Eater auf der Steam Machine
Yakuza Kiwami 3 auf der Steam Machine
Horizon Zero Dawn Remastered auf der Steam Machine

Die Final Fantasy VII Remakes haben bei den Grafikeinstellungen immer recht wenig Auswahl. Mit dem Maximum und einem 60-FPS-Limit kommt ihr kaum darüber hinaus, zeitweise sind aber auch 70 FPS drin. Hier und da gibt es leichte Standbilder, insgesamt funktioniert es aber ordentlich und sieht fantastisch aus. Red Dead Redemption 2 muss sich trotz seines Alters nicht verstecken: Mit maximalen Einstellungen läuft es mit 50 bis 55 FPS, in Städten etwas weniger.

Final Fantasy VII Remake auf der Steam Machine
Red Dead Redemption 2 auf der Steam Machine

Baldur’s Gate 3 ist ein echtes Highlight: Ultra-Preset, Hochskalierung komplett deaktiviert, und trotzdem 50 bis 60 FPS. Die Texturen und Effekte sind phänomenal. Im Vergleich zum Steam Deck, auf dem ich das Spiel ursprünglich angefangen habe, sieht nichts mehr krisselig aus. Genau für solche Spiele werde ich die Steam Machine nutzen.

Baldur's Gate 3 mit Ultra-Preset auf der Steam Machine

Horizon Forbidden West mit dem Preset Hoch und ohne Frame Generation sieht fantastisch aus. Wer mehr FPS will, kann FSR zuschalten. Generell gilt: Erreicht erst eine Grundframerate von etwa 40 bis 45 FPS und aktiviert dann Upscaling oder Frame Generation – so funktioniert es meist am besten. Ratchet & Clank: Rift Apart läuft mit dem Preset Hoch und ohne Hochskalierung stabil, auch wenn viel los ist. Für feste 60 FPS müsstet ihr die Grafik etwas reduzieren oder Frame Generation aktivieren.

Horizon Forbidden West auf der Steam Machine
Ratchet and Clank Rift Apart auf der Steam Machine

Grenzwertig: unter 45 FPS

Crimson Desert erreicht mit dem Ultra-Preset in ruhigen Gebieten 30 bis 35 FPS, in der Stadt etwas weniger. Wer mit 30 FPS im RPG leben kann, kann so spielen. Ich würde eine Stufe runtergehen. Spannend wird es mit FSR 4.1 und Frame Generation: Dann springen die Werte auf 60 bis 70 FPS, das Bild ist butterweich, und Artefakte sind mir nicht aufgefallen. So würde ich das Spiel selbst spielen.

Crimson Desert auf der Steam Machine

Bei The Blood of Dawnwalker hatte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet: Mit meinen Einstellungen sind es nur 30 bis 35 FPS. Mit Upscaling und etwas niedrigerer Auflösung läuft es aber deutlich besser. The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered fast auf Anschlag kommt nur auf 25 bis 30 FPS. Da würde ich runterschrauben, um auf 40 FPS zu kommen – wobei die leichten Mikroruckler weniger auffallen, als man denkt.

The Blood of Dawnwalker auf der Steam Machine
Oblivion Remastered auf der Steam Machine

Assassin’s Creed Shadows lief auf Sehr hoch nicht ganz rund, mit dem Preset Hoch sind es 30 bis 40 FPS ohne große Ruckler. Das Spiel ist gut optimiert, mit Frame Generation sieht es ebenfalls ordentlich aus. Marvel’s Spider-Man 2 kommt mit dem Preset Hoch auf 35 bis 40 FPS, manchmal 45 – mit Frame Generation und FSR wird es ordentlich spielbar, ohne störende Artefakte.

Assassin's Creed Shadows auf der Steam Machine
Marvel's Spider-Man 2 auf der Steam Machine

Hogwarts Legacy auf Ultra, nativ und ohne Frame Generation, erreicht etwa 40 FPS. Meine Empfehlung: Preset eine Stufe runter und Frame Generation an, dann lässt sich das Spiel richtig genießen. Sengoku Dynasty schafft mit maximalen Einstellungen 35 bis 45 FPS – spielbar, aber ich hätte eher 60 bis 70 FPS erwartet. Fairerweise ist das Spiel noch im Early Access.

Hogwarts Legacy auf der Steam Machine
Sengoku Dynasty auf der Steam Machine

Durchwachsen ist auch Dragon Age: The Veilguard: Mit dem Preset Hoch liegen die Werte bei 35 bis 45 FPS, im Schnitt knapp 40. Spielbar ist das, aber zeitweise rutscht die Framerate bis in die 20er – da würde ich die Einstellungen noch weiter senken.

Dragon Age The Veilguard auf der Steam Machine

Alle 40 Spiele im Überblick

Alle Ergebnisse in WQHD auf einen Blick:

SpielEinstellungenPerformance
Gothic 1 RemakeFSR aktiv, Proton Experimentalbutterweich, keine Ruckler
Crimson DesertUltra30–35 FPS, mit FSR 4.1 + Frame Gen 60–70 FPS
Metal Gear Solid Delta: Snake EaterHoch40–50 FPS
The Witcher 3Raytracing-Presetrund 50 FPS
RisenMaximum200–300 FPS
Pragmataohne Upscaling und Frame Genknapp 60 FPS
The Blood of Dawnwalkereigene Einstellungen30–35 FPS
Forza Horizon 6Ultra50–60 FPS
Hollow Knight: Silksongohne V-Sync700–900 FPS
Oblivion Remasteredfast Maximum25–30 FPS
Fantasy Life iMaximum80–90 FPS
Yakuza Kiwami 3höchste Stuferund 45 FPS im Kampf
Virtua Fighter 5 R.E.V.O.Maximum, FPS-Limitdurchgängig flüssig
Kingdom Come: Deliverance 2Hoch + FSR60 FPS
Assassin’s Creed ShadowsHoch30–40 FPS
The Last of Us Part IISehr hoch, nativ40–60 FPS
Monster Hunter WildsHochrund 50 FPS
Path of Exile 2Maximum, 60-FPS-Limit60 FPS
Final Fantasy VII RemakesMaximum, 60-FPS-Limitrund 60 FPS, teils 70
Marvel’s Spider-Man 2Hoch35–45 FPS
Horizon Zero Dawn RemasteredHoch45–50 FPS
Ghost of TsushimaHochteils über 60 FPS
Dragon Ball Sparking ZeroHoch60 FPS
Outcast – A New BeginningUltra60–80 FPS
Last EpochSehr hochrund 80 FPS
Sengoku DynastyMaximum35–45 FPS
Black Myth: WukongHochrund 50 FPS
Final Fantasy XVIMittelteils über 100 FPS
Dragon Age: The VeilguardHoch35–45 FPS, Einbrüche in die 20er
Dragon’s Dogma 2Niedrig (vor dem Update)80–100 FPS
God of War RagnarökUltra, nativknapp 60 FPS, mit Frame Gen ca. 100
Horizon Forbidden WestHoch, ohne Frame Genflüssig
Ratchet & Clank: Rift ApartHoch, ohne Upscalingstabil
Red Dead Redemption 2Maximum50–55 FPS
Cyberpunk 2077Raytracing Niedrig, FSR 2.1Ø 58 FPS (50–72)
Hogwarts LegacyUltra, nativrund 40 FPS
Elden RingMaximum60 FPS
Marvel’s Spider-Man RemasteredMaximum, ohne Frame Gen70–80 FPS
Baldur’s Gate 3Ultra, ohne Upscaling50–60 FPS
ElexMaximumrund 70 FPS

Mein Fazit

Ist die Steam Machine zu schwach? Nach 40 Spielen ist meine Antwort klar: Nein – zumindest nicht in WQHD. Nahezu jedes Spiel lief mit hohen oder sogar den höchsten Grafikeinstellungen, und einige Titel wie Cyberpunk 2077 konnte ich sogar mit Raytracing spielen. Das Versprechen, alles in 4K zu zocken, hält die Steam Machine dagegen nicht ein. Dort wird es deutlich komplizierter, und ohne Upscaling oder Frame Generation geht es bei vielen Spielen nicht. WQHD sieht aber selbst auf einem großen 75- oder 85-Zoll-Fernseher schon fantastisch aus. Und wer will, dreht die Auflösung hoch und die Grafik dafür etwas runter – die Freiheit habt ihr bei fast jedem Spiel.

Welches Spiel würdet ihr auf der Steam Machine zocken – oder baut ihr euch für weniger Geld lieber einen eigenen PC?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.

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