Epomaker RT75 im Test: Retro-Tastatur mit abnehmbarem Display

Retro-Look, ein kleines Farbdisplay in der Ecke und Gasket-Montage: Die Epomaker RT75 will mehr sein als nur eine weitere 75%-Tastatur. Ich hatte die Variante Retro White hier – und auch wenn nicht alles perfekt ist, ist das für mich eine der hochwertigsten Tastaturen, die ich bisher von Epomaker in der Hand hatte.

(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Epomaker zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Epomaker RT75 in Retro White mit Display

Technische Daten

Layout75 %, ANSI (US-Layout), 83 Tasten + Display oder 4 Zusatztasten
Display1,54″ TFT, abnehmbar
SwitchesEpomaker Creamy Jade (linear) oder Crystal (taktil, leise), vorgeschmiert, hot-swappable
AufbauGasket-Mount, PC-Plate, 6-lagige Dämpfung
TastenkappenPBT, Cherry-Profil, Dye-Sublimation
VerbindungUSB-C, 2,4 GHz (Dongle), Bluetooth
Polling-Rate1000 Hz (Kabel/2,4 GHz), 125 Hz (Bluetooth)
KompatibilitätWindows, Mac, Android
Akku5000 mAh
Gehäuseglänzender ABS-Kunststoff
Gewichtca. 1165 g
Preisca. 117 € (Epomaker-Shop)

Unboxing und Lieferumfang

Verpackung der Epomaker RT75

Schon das Auspacken macht hier Spaß: Die Tastatur liegt nicht einfach nur im Karton, sondern ist zusätzlich noch einmal komplett eingeschweißt. Das sorgt für ein richtig cooles Unboxing-Gefühl – bedeutet natürlich aber auch etwas mehr Plastikmüll.

Epomaker RT75 im geöffneten Karton
Eingeschweißte Epomaker RT75

Mit dabei sind ein geflochtenes USB-A-auf-USB-C-Kabel, ein 2-in-1-Werkzeug zum Abziehen von Tastenkappen und Switches, Ersatz-Switches, zusätzliche Tastenkappen, ein Tuch fürs Display und eine Kurzanleitung. Richtig löblich: Epomaker legt sogar Ersatz für die Gummifüße auf der Unterseite bei. Wer kennt das nicht – irgendwann löst sich einer davon und ist weg. Dann ist man froh, direkt Ersatz zu haben.

Lieferumfang der Epomaker RT75: Kabel, Ersatz-Switches, Tastenkappen, Abzieher, Tuch und Anleitung

Verarbeitung und Design

Die RT75 gehört definitiv zu den hochwertiger verarbeiteten Tastaturen von Epomaker. Besonders aufgefallen ist mir die Unterseite des Gehäuses: Die ist leicht glänzend und wirkt richtig edel. Mit rund 1,2 kg ist die Tastatur außerdem ordentlich schwer. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff und nicht aus Aluminium, billig wirkt hier aber nichts.

Leicht glänzende Unterseite der Epomaker RT75 mit Gummifüßen

Der 2,4-GHz-Dongle ist auf der Unterseite unter einer kleinen Abdeckung verstaut, auf der Seite sitzen der USB-C-Anschluss und der Ein/Aus-Schalter. Ausklappbare Füße gibt es nicht – der Tippwinkel ist fest auf 5,8 Grad eingestellt. Wer seine Tastatur gern steiler stellt, sollte das wissen.

Fach für den 2,4-GHz-Dongle auf der Unterseite der Epomaker RT75
USB-C-Anschluss und Ein/Aus-Schalter an der Seite der Epomaker RT75

Optisch ist die Variante Retro White mein klarer Favorit. Das leicht cremige Weiß mit den grünen Akzenten auf Esc und Enter gefällt mir deutlich besser als ein normales Weiß und passt perfekt zum Retro-Konzept.

Das Display: das Highlight

Das Highlight ist ganz klar das 1,54-Zoll-Display oben rechts. Darauf könnt ihr zum Beispiel Uhrzeit, Verbindungsstatus und Akkustand anzeigen lassen oder eigene Bilder und GIFs hochladen. Das Beste daran: Das Display ist abnehmbar. Wer lieber ein klassisches Layout möchte, tauscht das Modul gegen vier zusätzliche Tasten, zum Beispiel für Einfügen oder Drucken. Unter dem Display sitzen dafür bereits vier Hot-Swap-Sockel.

Abgenommenes Display der Epomaker RT75 mit vier Sockeln für Zusatztasten

Ich persönlich würde trotzdem das Display drin lassen. Einen Haken gibt es allerdings: Bei hellem Licht ist es kaum noch lesbar. Auf dem Foto unten steht die Tastatur in der Sonne, und von der Uhrzeit ist nur noch wenig zu erkennen.

Display der Epomaker RT75 bei hellem Licht kaum lesbar

Tippgefühl und Lautstärke

Im Inneren setzt Epomaker auf Gasket-Montage mit sechs Dämpfungsschichten und vorgeschmierte Switches. In meinem Testgerät stecken die linearen Creamy Jade-Switches, und die waren mir beim Tippen etwas zu laut. Epomaker selbst stuft sie im Vergleich übrigens ebenfalls als „laut“ ein. Wer die Tastatur im Büro oder abends nutzt, sollte deshalb zur Version mit den leiseren, taktilen Crystal Silent-Switches greifen – die würde ich mir vermutlich auch holen. Der Aufpreis liegt im Epomaker-Shop bei gerade einmal 2 €. Da die Platine hot-swappable ist, könnt ihr die Switches später aber auch ohne Löten tauschen.

Verbindung und Kompatibilität

Wie bei Epomaker üblich gibt es den Standardkram, und der ist gut: Die RT75 verbindet sich per USB-C-Kabel, 2,4-GHz-Dongle oder Bluetooth und funktioniert mit Windows, Mac und Android. Passende Mac-Tastenkappen liegen bei. Per Kabel und Dongle arbeitet sie mit 1000 Hz, per Bluetooth mit 125 Hz – für Gaming also besser Kabel oder Dongle nutzen. Der Akku hat 5000 mAh, eine konkrete Laufzeit gibt Epomaker leider nicht an. Beleuchtung, Display-Inhalte, Makros und Belegung stellt ihr über die Epomaker-Software oder den Web-Treiber ein.

Was mich gestört hat

Epomaker RT75 mit RGB-Beleuchtung (Herstellerbild)
Bildquelle: Epomaker
  • Kein ISO-Layout: Die RT75 gibt es nur im US-Layout (ANSI). Für Deutschland mit Umlauten und großer Enter-Taste ist das etwas doof.
  • Etwas laut: Mit den Creamy-Jade-Switches ist die Tastatur beim Tippen etwas laut, die Silent-Variante ist die bessere Wahl für ruhige Umgebungen.
  • Display bei hellem Licht kaum lesbar.
  • Keine durchleuchtenden Beschriftungen: Die Buchstaben auf den Tastenkappen sind nicht durchsichtig. Die RGB-Beleuchtung leuchtet deshalb nur um die Tasten herum, die Beschriftung selbst bleibt dunkel. Abends wären Shine-Through-Kappen natürlich ein Vorteil gewesen.
  • Fester Tippwinkel: Es gibt keine ausklappbaren Füße, um die Neigung anzupassen.

Mein Fazit

Die Epomaker RT75 ist eine richtig schöne 75%-Tastatur mit Charakter. Die Verarbeitung gehört zum Besten, was ich bisher von Epomaker gesehen habe, das abnehmbare Display ist ein echtes Highlight, und mit Tri-Mode-Verbindung, Hot-Swap und durchdachtem Zubehör wie den Ersatz-Gummifüßen stimmt auch der Rest. Abstriche gibt es beim fehlenden ISO-Layout, beim Display in hellen Räumen und bei den nicht durchleuchtenden Tastenbeschriftungen. Wenn ihr mit US-Layout leben könnt und auf den Retro-Look steht, kann ich die RT75 empfehlen – greift aber am besten direkt zur Variante mit den Silent-Switches.

Display oder lieber vier zusätzliche Tasten – wofür würdet ihr euch bei der RT75 entscheiden?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.

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