ROG Xbox Ally X20 im Test: Nicht schneller. Einfach besser.
Das ROG Xbox Ally X20 ist im Grunde das Xbox Ally X mit OLED-Display – und es ist wirklich genial. Aber nicht, weil es schneller wäre: Der Chip ist derselbe Z2 Extreme, der Arbeitsspeicher ist gleich, die SSD identisch, und der Akku hat ebenfalls 80 Wh. Das X20 ist nicht schneller geworden, es ist einfach besser geworden. Wer meinen Test und Langzeittest zum Xbox Ally X kennt, kennt meine Kritikpunkte: keine Hall-Sticks bei einem Gerät für knapp 1.000 € und ein 7-Zoll-Display, das nicht mehr zeitgemäß wirkt. Genau dort hat ASUS angesetzt.
(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von ASUS zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Preis & Konkurrenz

Der Preis ist hoch: In Deutschland kostet das X20 als Einzelgerät 1.400 € – rund 400 € mehr als das normale Xbox Ally X mit einer UVP von etwa 1.000 €. Gebraucht bekommt ihr das Xbox Ally X sogar schon für 700 bis 800 €. Dazu muss man wissen: Das X20 ist eine Sonderedition zum 20-jährigen Jubiläum von ROG, und dafür zahlt man einen Aufpreis. Es gibt das X20 auch im Bundle mit der AR-Brille ROG Xreal R1 Edition 20, einem Case von dbrand, einer Schutzhülle, dem 68-W-Netzteil und zwei Monaten Game Pass – für stolze 2.600 €.
| Gerät | Preis (ca.) |
|---|---|
| ROG Xbox Ally X (Z2 Extreme, IPS) | 1.000 € (gebraucht 700–800 €) |
| ROG Xbox Ally X20 (Z2 Extreme, OLED) | 1.400 € |
| Lenovo Legion Go 2 (Z2 Extreme, 8,8″ OLED) | 1.500–2.500 € |
| MSI Claw 8 EX AI+ (Intel) | 1.650 € |
| Steam Deck OLED | 780 € |
Damit ist das X20 das günstigste Gerät mit Z2 Extreme und OLED-Display – günstiger als das Legion Go 2, dafür mit kleinerem Display. Es ist auch etwas günstiger als die MSI Claw 8 EX AI+, liegt bei der Leistung aber klar dahinter.
Technische Daten: Was ist neu, was ist gleich?

| Xbox Ally X | Xbox Ally X20 | |
|---|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen Z2 Extreme | gleich |
| RAM / SSD | 24 GB LPDDR5X / 1 TB (M.2 2280) | gleich |
| Akku | 80 Wh | gleich |
| Funk | Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 | gleich |
| Display | 7″ IPS, 1080p, 120 Hz, 500 Nits | 7,4″ OLED, 1080p, 120 Hz, 600 Nits SDR / 1.400 Nits HDR |
| Sticks | klassisch | TMR (magnetisch) |
| Steuerkreuz | fest | drehbar (4- oder 8-Wege) |
| Trigger | Hall-Effekt | Hall-Effekt mit Impulse Triggern |
| DisplayPort (USB-C) | 1.4 | 2.1 |
| Kartenleser | microSD UHS-II | microSD Express |
| Gewicht | ca. 715 g | ca. 756 g |
| Netzteil | nicht dabei | nicht dabei |

Oben sitzen zwei USB-C-Ports: einmal USB4 mit Thunderbolt-4-Kompatibilität, einmal USB 3.2. Beide geben Bild aus und beherrschen jetzt DisplayPort 2.1. Dazu kommen die Klinke und ein microSD-Express-Slot. Was mich ärgert: Ein Netzteil liegt nicht bei – das hatte ich schon beim Xbox Ally X kritisiert, und beim noch höheren Preis finde ich das nicht in Ordnung.
Design & Ergonomie

Statt des matten Schwarz setzt ASUS beim X20 auf ein transparentes schwarzes Gehäuse mit goldenen Akzenten an den Bauteilen im Inneren – ein Gruß zum 20-jährigen ROG-Jubiläum. Auf der Rückseite sitzt ein Abzeichen, die Xbox-Taste leuchtet grün, und die Sticks haben eine goldene Beleuchtung. Die ist übrigens so hell, dass ich sie herunterregeln musste, weil sie sonst blendet. Ich finde die Änderungen am Gehäuse richtig gelungen – das X20 ist ein echter Hingucker, und der Blick ins Innere sieht genial aus.

Die Griffe sind an der Rückseite gummiert und haben eine geprägte Anti-Rutsch-Textur. Anfangs war das sehr gewöhnungsbedürftig, weil der Grip extrem stark ist – selbst einfaches Nachgreifen fühlt sich ungewohnt an. Nach kurzer Zeit begrüßt man es aber: Das Gefühl, das Gerät könnte wegrutschen, gibt es hier quasi nicht. Ansonsten bleibt es dabei: Dieses Controller-Design ist das Nonplusultra in Sachen Ergonomie. Es liegt perfekt in der Hand, das Gewicht ist gut ausbalanciert, und dort, wo ihr das Gerät anfasst, wird es nicht warm.

TMR-Sticks & drehbares Steuerkreuz

Genau hier hat ASUS die Punkte angefasst, die ich im Langzeittest am meisten kritisiert habe. Das X20 hat TMR-Sticks – magnetische Sensoren, also dieselbe Idee wie bei Hall-Effekt-Sticks, ohne mechanischen Abrieb. ASUS gibt die Deadzone mit 3 % an und verspricht, dass Stick-Drift kein Thema mehr ist. Damit hat sich meine Frage, warum ein Gerät für knapp 1.000 € keine Magnet-Sticks hat, erledigt. Das Stick-Gefühl ist wie gewohnt hochwertig.

Das Steuerkreuz ist komplett überarbeitet: Ihr hebt es an, dreht es um 90 Grad und setzt es wieder ein. Damit wechselt ihr zwischen einer strengen 4-Wege-Steuerung für Retro- und Indie-Spiele und einer 8-Wege-Steuerung etwa für Prügelspiele. Es ist ein Hybrid aus Gummi und Metallkuppel – für mich nach dem OLED die zweitbeste Neuerung, weil sie wirklich sinnvoll ist. Bei Super Mario auf dem SNES minimiert der 4-Wege-Modus Fehleingaben. Einziger Haken: Das Steuerkreuz klickt und klackt ordentlich, leise im Bett zocken ist damit nicht drin.
Bei den Schultertasten bleibt es bei Hall-Effekt-Technik, dazu kommen jetzt Impulse Trigger mit Vibration direkt im Abzug, wie ihr es vom Xbox-Controller kennt – bei tieferem, sanfterem Hub. Die Aktionstasten sind gewölbter, flacher und lösen etwas leichter aus, klacken aber weiterhin – das muss man mögen. Start und Select sitzen wieder unter den Sondertasten. Ich finde das nach wie vor seltsam, aber wer nur dieses eine Gerät hat, gewöhnt sich daran.
Das OLED-Display

Das Display ist mehr oder weniger der Grund, warum es dieses Gerät gibt: 7,4 Zoll OLED, 1080p, 120 Hz mit VRR von 30 bis 120 Hz, 0,2 ms Reaktionszeit, 600 Nits SDR und 1.400 Nits HDR-Spitze (Xbox Ally X: 500 Nits). Mein Fazit: wirklich fantastisch. Die Schwarzwerte sind echt schwarz, die Farben satt, die Kontraste toll – im direkten Vergleich mit dem IPS-Panel des Xbox Ally X sieht man sofort, was das ausmacht.

Das Display ist außerdem von 7 auf 7,4 Zoll gewachsen – vor allem über schmalere Ränder, nicht über ein deutlich größeres Gerät. Trotzdem hätten 8 Zoll besser gepasst, Platz am Rand ist noch da. Die Claw 8 hat 8 Zoll, das Go 2 sogar 8,8 Zoll, und bei Strategiespielen oder textlastigen RPGs hilft jeder Zoll. Ich hoffe beim Nachfolger auf 8 Zoll.
Sound & Software
Beim Klang hat sich nichts geändert: Es sind dieselben zwei Lautsprecher mit Dolby Atmos wie beim Xbox Ally X – für mich die besten, die ich je in einem Gaming-Handheld gehört habe. Fairerweise sind die Lautsprecher bei MSI ebenfalls auf extrem hohem Niveau.

Auch die Software ist gleich: Windows, dazu der Xbox-Modus beim Start und Armoury Crate SE. Ich nutze in 90 % der Fälle Armoury Crate, weil es runder läuft und mehr Freiheiten bietet. Der Xbox-Modus ist eine nette Zugabe, wirkt aber starr, sobald Steam, Epic oder Emulatoren ins Spiel kommen. Und dann ist da noch FSR 4: Es soll bis Jahresende auch für bestehende Handheld-Chips kommen, bestätigt ist das nach meinem Stand aber nicht. Das wäre dringend nötig, denn Intel hat AMD bei Performance und Upscaling weit hinter sich gelassen.
Gaming & Leistung
Da das X20 denselben Chip wie das Xbox Ally X und das Legion Go 2 hat, ist die Performance praktisch identisch. Ich habe drei aktuelle Spiele bei 25 W getestet:

Gothic 1 Remake (720p, Preset Mittel, FSR): 30 bis 40 FPS mit einigen Mini-Rucklern, in der offenen Welt 40 bis 50 FPS. Im Idealfall also bis zu 45 FPS – spielbar, und für ein ganz aktuelles AAA-Spiel in Ordnung. Wer stabile 40 bis 45 FPS will, geht auf Preset Niedrig. Die Schwankungen spürt man dank VRR kaum.

The Blood of Dawnwalker (720p, Preset Mittel, FSR): richtig gute 50 bis 70 FPS. Hier ist sogar noch Luft, um das Grafik-Preset höher zu stellen.

Cyberpunk 2077 (720p, Raytracing niedrig): 40 bis 45 FPS, teilweise etwas mehr – spielbar und mit Raytracing beeindruckend, auch wenn die MSI Claw 8 EX AI+ hier besser abschneidet. Und auf dem OLED sieht das Bild fantastisch aus.
Mein Fazit zum Gaming: Aktuelle AAA-Spiele nativ in 1080p sind nicht ohne Weiteres möglich, Upscaling schafft Abhilfe. Dass ich hier kritischer bin als früher, hat einen Grund: Bei Intel hat sich in den letzten Monaten enorm viel getan – XeSS 2, der neue Chip und selbst ältere Geräte wie die Claw 8 AI+ profitieren ohne viel Aufwand. Bei AMD wartet man dagegen seit Monaten auf FSR 4. Der Leistungsunterschied ist teils gewaltig – wir reden von Frames jenseits der 100 FPS in aktuellen Spielen.
Kühlung & Akku

Bei der Kühlung hat ASUS nachgebessert, und zwar nicht ohne Grund: OLED-Panels reagieren empfindlich auf Wärme. Ein neuer interner Luftkanal führt die Luft direkt zum Prozessor, dazu kommen Lüfter mit höherem Luftdurchsatz. Selbst unter Volllast sind sie im Vergleich zur Konkurrenz nicht so laut, bei niedriger Leistung angenehm leise.

| Leistung | Laufzeit (ca.) |
|---|---|
| Volllast | 2–2,5 Stunden |
| 17 W | 3–4 Stunden |
| niedrige Wattzahl | 5–8 Stunden |
Je nach Display-Helligkeit kann das OLED die Werte noch etwas nach unten drücken – als grobe Richtwerte passen sie aber.
Nur ein Facelift?
Der häufigste Vorwurf im Netz: Das X20 sei nur ein Facelift, weil wieder der Z2 Extreme drinsteckt. Wenn man gemein wäre, könnte man von einem überwiegend kosmetischen Upgrade sprechen – gerade gegenüber der Claw 8 EX AI+, die nur rund 200 € mehr kostet. Trotzdem greift der Vorwurf zu kurz, weil er alles ausblendet, was man anfasst und anschaut: Display, Sticks, Steuerkreuz, Schultertasten, Aktionstasten, Kühlung und Anschlüsse sind neu. Wer maximale Leistung will, schaut zum Intel-Chip. Wer die gewohnt hohe ASUS-Qualität mit einer tollen Sonderedition will, kann hier zuschlagen.
Für wen lohnt sich das X20?
- Ihr habt schon ein Xbox Ally X: Gleiche Leistung, 400 € mehr, dafür OLED, TMR-Sticks und drehbares Steuerkreuz. Nötig ist der Wechsel nicht – wenn ihr Fan seid und genau das wollt, ist es euer Gerät.
- Ihr habt noch keinen Windows-Handheld: Wollt ihr das Komplettpaket mit OLED, Magnet-Sticks und Jubiläumsdesign, ist das X20 dafür gemacht. Für einen guten Einstieg mit demselben Chip reicht das Xbox Ally X, und ihr spart etwa 400 €.
- Ihr wollt maximale Leistung: Dann ist die MSI Claw 8 EX AI+ die bessere Wahl.
Pro & Contra

- ✅ Überragendes OLED-Display, größer als zuvor (7,4 statt 7 Zoll)
- ✅ TMR-Sticks, drehbares Steuerkreuz, Impulse Trigger, bessere Anschlüsse
- ✅ Erstklassige Ergonomie und gelungenes Jubiläumsdesign
- ✅ Gute Kühlung, starker Akku, SteamOS-Unterstützung dank AMD-Chip
- ❌ 400 € Aufpreis bei gleichem Chip
- ❌ Kein Netzteil im Lieferumfang
- ❌ 8 Zoll hätten besser gepasst
Mein Fazit
Das Xbox Ally X20 ist nicht schneller geworden – es ist einfach besser geworden. Das OLED ist extrem gut, und die Änderungen an Sticks, Steuerkreuz und Tasten finde ich alle gelungen. Dass das Display größer geworden ist, ist gut; 8 Zoll wären besser gewesen. Bei den Sticks hat ASUS genau das nachgeliefert, was man vermisst hat. Und der Preis? Leider hoch: 1.400 € sind sehr viel Geld, 400 € mehr als das Xbox Ally X, ohne mehr Leistung. Aber das X20 ist eben eine Sonderedition für Fans – und wer es will, bekommt ein richtig gutes Gerät.
Reicht euch das OLED-Display als Grund für 400 € Aufpreis – oder hättet ihr euch 8 Zoll gewünscht?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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