650 € statt 1.500 €: Ist der ROG Ally X 2026 der bessere Deal?

Die Handheld-Welt ist 2026 teurer geworden als jemals zuvor. Die MSI Claw 8 EX AI+ kostet knapp 1.550 €, das Legion Go 2 bis zu 2.500 €, und die weiteren Ankündigungen lassen auf keine anderen Zahlen hoffen. Die Speicherkrise treibt die Preise für RAM und SSDs in die Höhe – und genau deshalb schaue ich mir noch einmal den ASUS ROG Ally X von 2024 an. Gebraucht findet ihr ihn aktuell für 550 bis 700 €, oft in nahezu neuwertigem Zustand. Das ist weniger als die Hälfte des günstigsten neuen Flagships. Lohnt sich das noch?

ASUS ROG Ally X im Jahr 2026

Die Hardware im Überblick

Technische Daten des ASUS ROG Ally X
ProzessorAMD Ryzen Z1 Extreme
Arbeitsspeicher24 GB (normaler Ally: 16 GB)
SSD1 TB, M.2 2280 (aufrüstbar)
Display7 Zoll IPS, 1080p, 120 Hz, VRR, 500 Nits
Akku80 Wh
Anschlüsse2× USB-C (einer davon USB4, eGPU-fähig), microSD, 3,5-mm-Klinke
Lautsprecher2× nach vorne abstrahlend
Gewicht678 g
Anschlüsse an der Oberseite des ASUS ROG Ally X

Preisvergleich: gebraucht statt neu

Warum ein Gerät von 2024 im Jahr 2026? Weil die Preise der aktuellen Generation jenseits von Gut und Böse liegen – und das liegt nicht an den Herstellern selbst, sondern an der Krise. Ich habe in den letzten Wochen den Gebrauchtmarkt beobachtet: Auf Kleinanzeigen findet ihr den Ally X regelmäßig für 550 bis 700 €, viele Geräte mit OVP, Originalzubehör und kaum Gebrauchsspuren.

GerätPreis
ROG Ally X (gebraucht)550–700 €
ROG Xbox Ally X (Z2 Extreme, neu)ca. 900 €
Lenovo Legion Go 2 (Z2 Extreme)1.500–2.500 €
MSI Claw 8 EX AI+ca. 1.550 €

Gegenüber den ganz neuen Geräten spart ihr also mal eben fast 1.000 € – dafür könntet ihr euch noch eine oder sogar zwei Switch 2 dazukaufen.

Verarbeitung, Ergonomie & Haptik

ASUS ROG Ally X in der Hand

Der Ally X ist in mattem Schwarz gehalten, solide verarbeitet und wirkt nach wie vor hochwertig – nichts knarzt, nichts wackelt. Die Ergonomie ist und bleibt sein stärkstes Argument: ASUS hat die Griffe tiefer und voluminöser gestaltet als beim ursprünglichen Ally. Nicht ganz so perfekt wie beim Xbox Ally X, aber wirklich gelungen. Die 678 g sind so gut verteilt, dass man das Gewicht kaum bemerkt.

Rückseite des ASUS ROG Ally X mit Griffen

Das Steuerkreuz ist ein Traum: präzise, gut definierte Diagonalen, ideal für Retro-Spiele und Fighting Games. Die Aktionstasten haben einen angenehmen Druckpunkt. Die Makrotasten auf der Rückseite sind kleiner und weiter in der Mitte platziert als beim alten Ally – versehentliches Drücken passiert deutlich seltener. Und die Wärmeverteilung ist extrem gut: Selbst nach langen Sessions mit 25 W und mehr bleiben die Hände kühl, die Wärme konzentriert sich auf den Bereich hinter dem Display.

Schultertasten und Lüftungsschlitze des ASUS ROG Ally X

Software: Armoury Crate vs. Xbox-Modus

Armoury Crate SE auf dem ASUS ROG Ally X

Software ist bei Windows-Handhelds ein zweischneidiges Schwert. Beim Ally X habt ihr zwei Optionen: Armoury Crate SE von ASUS und den Xbox-Vollbildmodus. Armoury Crate nutze ich täglich, und für mich ist es der Goldstandard bei Handheld-Software: TDP-Kurven, Lüfterprofile, Deadzones und spielspezifische Profile – alles im laufenden Betrieb, ohne Neustart oder Wühlen in Systemmenüs. Der Xbox-Modus ist eine nette Ergänzung für alle, die hauptsächlich Game Pass spielen. Wer aber Steam, Epic, GOG oder Emulatoren nutzt, landet – wie ich in 90 bis 95 % der Fälle – wieder bei Armoury Crate.

Das 7-Zoll-Display

7-Zoll-Display des ASUS ROG Ally X

Das 7-Zoll-IPS-Panel mit 1080p, 120 Hz und VRR ist technisch nach wie vor solide. Die Farben sind für IPS angenehm satt, und 500 Nits reichen auch im Zug oder auf der Terrasse. Das entscheidende Feature bleibt VRR: Auf einem Windows-Handheld ist das für mich kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Schwankt ein Spiel zwischen 45 und 60 FPS, merkt ihr das nicht – kein Tearing, kein Ruckeln.

Ehrlich muss man aber auch sein: 7 Zoll fühlen sich 2026 klein an. Die MSI-Geräte haben 8 Zoll, das Legion Go 8,8 Zoll und beim Go 2 sogar ein OLED-Panel. Bei textlastigen Spielen, Strategietiteln oder PC-Ports mit kleinen Menüs kämpft man hier manchmal mit der Lesbarkeit. Für Action, Plattformer, RPGs und Emulation ist das kein Problem.

Sound

Kurz und knapp: Nach dem Xbox Ally X hat der Ally X die besten Lautsprecher, die ich je in einem Gaming-Handheld gehört habe. Zwei nach vorne strahlende Boxen, die von den Händen nicht verdeckt werden, spürbarer Bass, glasklare Dialoge und eine richtig hohe Maximallautstärke.

Leistung: der Z1 Extreme im Jahr 2026

AAA-Spiel auf dem ASUS ROG Ally X

Der Z1 Extreme mit 24 GB RAM bringt aktuelle AAA-Spiele auf mittleren Settings und rund 900p stabil zum Laufen. Gothic 1 Remake, Assassin’s Creed Shadows, das neue Metal Gear Solid – alles spielbar, oft mit 45 bis 60 FPS, wenn ihr bereit seid, an den Einstellungen etwas zu schrauben.

Gaming auf dem ASUS ROG Ally X

Auch die Emulation ist stark: PS2 und GameCube laufen problemlos in vier- bis sechsfacher Auflösung, Switch- und PS3-Emulation funktionieren ebenfalls. Wer hauptsächlich Retro spielt, wird mit dem Z1 Extreme noch jahrelang glücklich. Und AMD hat FSR 4 für die RDNA-3-Generation angekündigt – für den Z1 Extreme ist das noch nicht zu 100 % bestätigt, ich bin aber zuversichtlich. Da FSR 4 bei Bildqualität und Artefakten deutlich besser ist als FSR 3, könnte der Ally X damit noch einmal einen echten Schub bekommen.

Akkulaufzeit

LastBeispielLaufzeit (ca.)
25 WAAA-Spiele, volle Last2–3 Stunden
15–17 WIndie- und AA-Spiele4–5 Stunden
9–12 WEmulation, leichte Indies7–8 Stunden

SteamOS auf dem Ally

SteamOS auf dem ROG Ally

Für viele könnte das der eigentliche Kaufgrund sein: Der Ally X läuft mit SteamOS. Ich nutze es selbst seit über einem Jahr auf dem ursprünglichen Ally von 2023 – im Grunde dieselbe Erfahrung –, und sie ist fantastisch. SteamOS ist Valves Betriebssystem, ursprünglich für das Steam Deck entwickelt. Es verwandelt den Handheld in eine konsolenähnliche Erfahrung: Power-Knopf drücken, im Big-Picture-Modus landen, losspielen. Keine Update-Pop-ups beim Spielstart.

Nach der Installation funktioniert fast alles out of the box: TDP-Steuerung, Lautsprecher, Tasten, VRR. Der Ally X fühlt sich unter SteamOS an wie ein Steam Deck 2.0. Dazu kommen bessere Akkueffizienz als unter Windows, schnellere Ladezeiten, keine störenden Hintergrundprozesse und eine Oberfläche, die mit dem Controller so intuitiv ist wie auf einer Konsole. Für Emulation gibt es mit EmuDeck eine All-in-one-Lösung, die RetroArch, Dolphin, RPCS3 und Co. automatisch einrichtet und in die Steam-Bibliothek integriert.

Spieleinstellungen unter SteamOS auf dem ROG Ally

Die Einschränkungen: Spiele mit Anti-Cheat funktionieren nicht, und der Game Pass lässt sich nicht ohne Weiteres nutzen. Mein Fazit dazu: Wer hauptsächlich Steam-Spiele spielt, Emulation nutzt und kein Windows braucht, installiert SteamOS. Wer Epic, Game Pass oder andere Launcher braucht, bleibt bei Windows – aber die Option, jederzeit wechseln zu können, ist ein echter Mehrwert.

Mein Fazit: Lohnt sich der Ally X 2026?

ASUS ROG Ally X beim Zocken

Ja – mit Einschränkungen, aber ja. Für 550 bis 700 € gebraucht ist der Ally X fast konkurrenzlos: Die Ergonomie ist richtig gut, der 80-Wh-Akku bringt euch durch den Tag, die Lautsprecher sind nahezu unerreicht, und mit dem hoffentlich kommenden FSR 4 gibt es vielleicht noch einen echten Leistungsschub. Armoury Crate und der Support von ASUS sind ebenfalls top. Akzeptieren müsst ihr, dass das 7-Zoll-Display klein ist. Aber wenn die Alternative 1.000 € mehr kostet, relativiert sich das sehr schnell.

Mein Rat: Habt ihr rund 600 € übrig und wollt einen Windows- oder Linux-Handheld, der auch in zwei Jahren noch eine solide Figur macht, schaut euch den Ally X auf dem Gebrauchtmarkt an. Habt ihr 1.700 € übrig und wollt die absolute Spitze, greift zum Beispiel bei MSI zu.

Welchen Handheld habt ihr gerade – und kauft ihr lieber neu oder günstiger gebraucht?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.

Diese Seite kann Affiliate-Links enthalten. Sofern du über einen Affiliate-Link etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Dabei enstehen dir keinerlei Mehrkosten.

Weitere Artikel wie diesen findest du auf HandheldBOSS und passende Videos auf YouTube.

Teile diesen Inhalt: