Lenovo Legion Go 2023 im Jahr 2026: Lohnt sich der Kauf noch?
Die Frage, welcher Gaming-Handheld sich im Jahr 2026 überhaupt noch lohnt, beschäftigt mich aktuell intensiv. Heute werfe ich einen Blick zurück auf das Lenovo Legion Go 2023. Man mag es kaum glauben, aber der Release ist nun fast drei Jahre her.
Meine Erfahrungen mit dem Gerät glichen in dieser Zeit einer echten Achterbahnfahrt: Manchmal war ich extrem begeistert, oft aber auch ziemlich frustriert. Rückblickend gab es fast mehr negative als positive Überraschungen. Und trotzdem – auch wenn das wie ein Widerspruch klingt – hat dieser Handheld seinen ganz eigenen, berechtigten Reiz. Ich kann das Legion Go auch heute noch weiterempfehlen, wenn auch mit einem deutlichen „Aber“. Warum das so ist und ob sich das Gerät für dich lohnt, erfährst du in diesem Review.
(Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wird unterstützt von FlexiSpot. Das hat jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung zum Legion Go oder zum vorgestellten Stuhl.)
Technische Daten: Auch drei Jahre später noch Premium
Beginnen wir mit dem Spec-Sheet. Auch im Jahr 2026 muss sich das Legion Go 2023 absolut nicht verstecken:
- Prozessor: AMD Ryzen Z1 Extreme
- Arbeitsspeicher: 16 GB LPDDR5 RAM (fest verbaut)
- Speicher: 500 GB SSD (per Adapter sogar auf das 2280er-Format aufrüstbar)
- Akku: 49,2 Wattstunden (Ladung mit 65 Watt), Controller jeweils 900 mAh
- Konnektivität: WiFi 6E, Bluetooth 5.2
- Anschlüsse: Zwei USB-C 4.0 Anschlüsse (unterstützen eGPUs!), MicroSD-Kartenleser, 3,5mm Klinke
Die zwei USB-C 4.0 Anschlüsse sind bis heute ein absoluter Traum. Oben einen Monitor oder eine externe Grafikkarte (eGPU) anschließen und unten zeitgleich laden – hier sind einem wirklich keine Grenzen gesetzt.

Ergonomie beim Zocken: Der FlexiSpot als Gamechanger
Wir investieren tausende Euros in Handhelds, Displays und fette Hardware, aber worauf wir beim Zocken eigentlich sitzen, wird oft komplett vernachlässigt. Ich habe die letzten Wochen auf einem Stuhl von FlexiSpot verbracht und kann euch sagen: Das ist kein gewöhnlicher Bürostuhl, das ist ein Ergonomiewunder für jedes Gaming-Setup.


Besonders für uns Handheld-Fans sind die multifunktionalen 3D-Armlehnen der absolute Gamechanger. Sie lassen sich hoch, runter, vor, zurück und sogar seitlich verstellen. Das ist Gold wert, um die Ellenbogen beim Halten des doch recht schweren Legion Go perfekt abzustützen und die Spannung komplett aus den Armen zu nehmen.
Dazu kommt die „Dual Wing“-Lendenstütze, die sich jeder Bewegung anpasst, eine höhenverstellbare 3D-Rückenlehne und eine verstellbare Sitztiefe. Mein persönliches Highlight für die Pausen ist jedoch die erweiterbare Fußablage. Lehne ganz nach hinten neigen, Beine ausstrecken und quasi im Liegen auf dem Handheld zocken – bequemer geht es kaum.

Das Display: Ein absolutes Meisterwerk (mit einem Haken)
Kommen wir zum absoluten Highlight des Legion Go: dem Bildschirm. Wir haben hier ein 8,8 Zoll großes QHD+ Display (2560 x 1600 Pixel) im 16:10-Format, das eine Bildwiederholfrequenz von satten 144 Hz unterstützt.
Die Farbdarstellung des IPS-Panels ist atemberaubend kräftig und natürlich. Gerade im Vergleich zur Konkurrenz, die oft nur 7-Zoll-Displays verbaut, ist dieses riesige, butterweiche Display ein Genuss. Selbst unter Windows lässt sich alles dank der Größe hervorragend lesen und per Touch bedienen.
Der Haken: Lenovo hat leider auf VRR (Variable Refresh Rate) verzichtet. Fällt die Framerate beim Zocken unter 60 FPS, kann es hier und da zu leichten Rucklern (Tearing) kommen. Das hat das ROG Ally 2023 damals besser gelöst.

Performance: QHD+ ist für den Z1 Extreme zu viel
Der Z1 Extreme ist ein Biest und stemmt auch aktuelle AAA-Titel. Wir müssen aber realistisch bleiben: Native 1600p aufwendigen Spielen auf einer Handheld-APU zu berechnen, funktioniert schlichtweg nicht.
Die Lösung? Die Auflösung auf 800p reduzieren und dann per RSR (Radeon Super Resolution) auf das 1600p-Display hochskalieren lassen. Das Bild sieht auf den 8,8 Zoll immer noch fantastisch scharf aus, aber ihr bekommt spürbar mehr FPS. Ältere Titel oder Indie-Games wie Hades oder Dead Cells laufen natürlich auch nativ in 1600p bei flüssigen 144 Hz – ein absoluter Traum.

Controller, FPS-Modus und Verarbeitung
Das Legion Go ist wuchtig (ca. 854 Gramm) und besteht aus mattem, robustem Kunststoff. Auf der Rückseite thront ein extrem stabiler Kickstand aus Metall, der das Gerät stufenlos in jeden Winkel bringt.
Die „True Strike“-Controller lassen sich abnehmen, auch wenn der Mechanismus etwas fummelig ist und die Controller im angesteckten Zustand minimal wackeln. Lenovo hat hier Knöpfe verbaut, wohin das Auge reicht. Die Analogsticks (mit RGB und Hall-Effekt) reagieren super, lediglich das Steuerkreuz hat mir mit seinem sehr kurzen Druckpunkt (ähnlich einem SNES-Controller) weniger gut gefallen.
Einzigartig ist der FPS-Modus: Man nimmt den rechten Controller ab, stellt ihn in den mitgelieferten Plastik-Puck, legt einen Schalter um und nutzt ihn dank optischem Sensor wie eine Maus über den Schreibtisch. Für Shooter und Strategiespiele ist das ein geniales Feature, das es so nirgendwo anders gibt.



Software und Updates: Eine Comedy-Show
Bei keinem anderen Gerät war die Software-Entwicklung so chaotisch wie hier. Legion Space wurde unzählige Male umgebaut. Lenovo hat uns im Laufe der Jahre ironischerweise immer mehr Möglichkeiten genommen, die Software einfach zu schließen. Und trotz aller Updates ist eine Sache bis heute geblieben: Die nervige Deal-Seite als Startbildschirm.




Abseits davon ist das Menü mittlerweile recht übersichtlich. Unter Windows läuft das Gerät erstaunlich gut – Anti-Cheat-Games funktionieren, Office-Aufgaben gehen leicht von der Hand und mit einer eGPU wird das Go zum vollwertigen PC-Ersatz.
Was ich Lenovo jedoch extrem ankreide: Die Frequenz der Updates. Besonders auf Grafiktreiber-Updates wartet man quälend lange. Gefühlt gab es in drei Jahren nicht einmal zwei Hände voll Updates für die GPU.
Akku, Kühlung und Sound: Die großen Schwachstellen
- Akku: Der 49,2-Wh-Akku ist zwar größer als beim Konkurrenten, muss aber auch das riesige Display befeuern. Bei vollen 30 Watt in AAA-Games ist nach 45 bis 90 Minuten Schluss. Bei Indie-Games (10-15 Watt) kommt man auf gute 3 bis 5 Stunden.
- Kühlung: Die Lüfterkurve ist ab Werk katastrophal. Unter Volllast ist der einzelne Lüfter unverhältnismäßig laut und übertönt das Spiel. Zudem fehlt ein Mesh-Gitter, weshalb das Innere schnell verstaubt.
- Sound: Dass dieses Premium-Gerät mit derart schlechten, blechernen Lautsprechern ausgeliefert wurde, grenzt an einen schlechten Scherz. Ohne entsprechende Software-Workarounds (die ich euch auf meinem Kanal bereits gezeigt habe), ist der Sound kaum zu ertragen.
Fazit: Lohnt sich das Legion Go 2023 im Jahr 2026?
Ja, das Lenovo Legion Go 2023 lohnt sich auch heute noch. Besonders, wenn man bedenkt, dass Handheld-Preise immer weiter explodieren (das Legion Go 2 liegt in der Top-Variante aktuell bei irrsinnigen 2.500 Euro!).
Man muss sich darauf einstellen, dass das Go 23 Ecken und Kanten hat: Es ist schwer, die Software hinkt hinterher, der Sound ist schwach und es fehlt VRR. Wer damit aber fein ist, bekommt ein unglaublich vielseitiges Gerät. Die Kombination aus dem atemberaubenden 8,8-Zoll-Display, dem massiven Kickstand, den abnehmbaren Hall-Effekt-Controllern, dem FPS-Modus und den zwei USB-C 4.0 Anschlüssen gibt es so nirgendwo anders.
Wer eher kleine Hände hat oder maximal mobil sein will, sollte sich Alternativen wie das ROG Ally oder das Steam Deck ansehen. Wer aber den größten Bildschirm und die meiste Flexibilität sucht, wird das Legion Go lieben.
Was sind eure Langzeiterfahrungen mit dem Gerät?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.
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