Glorlin GT103 im Test: Lohnt sich ein Mini-PC für 420 € noch?

Heute liegt kein Handheld auf dem Tisch, sondern ein Mini-PC: der Glorlin GT103 mit AMD Ryzen 5 6600H und Radeon 660M, für rund 420 € in der Ausstattung mit 16 GB RAM und 512 GB SSD. Der Chip stammt aus dem Jahr 2022 – die spannende Frage ist also: Was hat er im Jahr 2026 noch auf dem Kasten? High-End-Leistung gibt es hier natürlich nicht. Aber gerade bei der Emulation werdet ihr staunen, was auf diesem kleinen Gerät alles möglich ist.

(Transparenzhinweis: Das Testgerät wurde mir von Glorlin zur Verfügung gestellt. Es gab keinerlei Vorgaben, was ich sagen darf und was nicht, und für den Test wurde ich nicht bezahlt.)

Glorlin GT103 Mini-PC

Preis & Ausstattungsvarianten

Preis des Glorlin GT103

Mit 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet der GT103 rund 420 €, alternativ gibt es ihn mit 1 TB SSD. Bei Amazon sind beide Varianten aktuell reduziert (21 % bzw. 25 % Rabatt). Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Geräten, die ich teste: Der Mini-PC wird über Amazon geliefert. Das spart Versandzeit und Zollkosten.

Beim Upgraden gibt es einen Haken: Der Arbeitsspeicher ist fest verlötet. Mehr RAM bekommt ihr also nur ab Werk und gegen Aufpreis. Bei der SSD sieht es besser aus: Es gibt zwei SSD-Slots, und der Boden ist mit vier Schrauben schnell geöffnet. Über den zweiten Slot könnt ihr nicht nur Speicher nachrüsten, sondern sogar eine eGPU anschließen – grafisch lässt sich also nachlegen.

Technische Daten

Technische Daten und Anschlüsse auf der Rückseite des Glorlin GT103
ProzessorAMD Ryzen 5 6600H
GrafikAMD Radeon 660M
Arbeitsspeicher16 GB LPDDR5-6400, Dual-Channel (verlötet)
SSD512 GB oder 1 TB, 2× M.2 2280
FunkWi-Fi 6, Bluetooth 5.3
Netzwerk2× LAN
Anschlüsse hintenHDMI 2.1, DisplayPort 1.4, 2× USB-A (2.0 und 3.2), 2× LAN
Anschlüsse vorneUSB-C, 2× USB-A 3.2, 3,5-mm-Klinke
Höhe4,5 cm
SystemWindows (Lizenz inklusive)
Preisca. 420 € (16 GB / 512 GB)

Der Ryzen 5 6600H ist schon etwas in die Jahre gekommen. Bei den aktuellen Hardwarepreisen kann es sich aber durchaus lohnen, zu einem etwas älteren Gerät zu greifen. An Anschlüssen mangelt es jedenfalls nicht.

Anschlüsse auf der Vorderseite des Glorlin GT103
Anschlüsse auf der Rückseite des Glorlin GT103

Verarbeitung & Design

Mit der Verarbeitung bin ich richtig zufrieden. Das Gerät ist unfassbar kompakt: 4,5 cm hoch und ungefähr so groß wie eine CD-Hülle. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, unten verhindern Gummifüße das Wegrutschen, und die großen Lüftungsschlitze lassen die Luft auf allen Seiten heraus. Über die Schrauben an der Unterseite könnt ihr den GT103 auch per VESA-Halterung hinter dem Monitor befestigen.

Unterseite des Glorlin GT103 mit Gummifüßen

Unter Volllast hört man die Lüfter durchaus. In den allermeisten Fällen – Office, Emulation, weniger fordernde Spiele – bleibt der GT103 aber sehr leise.

Gaming: The Witcher 3, Elex & Age of Empires II

The Witcher 3 auf dem Glorlin GT103

The Witcher 3 läuft in Full HD auf dem Preset „Niedrig“ richtig schön stabil, ohne Ruckler oder Standbilder – vermutlich lassen sich die Grafikeinstellungen sogar noch etwas höher stellen. Wer mehr Details will, kann die Auflösung senken und mit Upscaling arbeiten. Ganz aktuelle Spiele werden auf diesem Gerät natürlich nicht funktionieren. Aber für den Pile of Shame oder um den einen oder anderen Klassiker aufleben zu lassen, ist das eine richtig gute Option.

Elex auf dem Glorlin GT103

Elex ist noch nicht ganz so alt und sieht fantastisch aus – und läuft in Full HD mit fast maximalen Einstellungen ordentlich. Wer den Mini-PC ohnehin vor allem fürs Büro nutzt und nebenbei ein bisschen zockt, ist hier gut bedient.

Age of Empires II HD auf dem Glorlin GT103

Ideal sind natürlich Strategiespiele. Age of Empires II in der HD-Neuauflage von 2013 läuft super – auch für ein paar Runden mit Kollegen, selbst wenn die Karte ordentlich voll ist.

Emulation: SNES bis Switch

Super Mario World per SNES-Emulation auf dem Glorlin GT103
Hollow Knight: Silksong per Switch-Emulation auf dem Glorlin GT103

Dass Super Mario World per SNES-Emulation läuft, ist selbsterklärend – Hochskalieren, Shader, alles kein Problem. Spannender ist die Nintendo Switch: Hollow Knight: Silksong läuft mit vollen 60 FPS, ohne Ruckler oder Standbilder, höchstens beim ersten Laden. Sogar aktuellere Spiele mit einem gewissen grünen Helden können laufen – das erfordert dann aber deutlich mehr Feintuning und eventuell ein paar Mods, und mehr als rund 30 FPS sind dann nicht garantiert. Ein großer Teil der Switch-Spiele wird auf diesem Gerät aber funktionieren.

Als Office-PC mit drei Monitoren

Office-Anwendung auf dem Glorlin GT103

Word, Excel, PowerPoint – als Office-PC ist der GT103 natürlich bestens geeignet. Ein echter Vorteil: Ihr könnt bis zu drei Monitore anschließen. Gerade im Homeoffice ist das super praktisch. Außerdem ist eine Windows-Lizenz dabei, und die Einrichtung klappt sogar offline, ohne dass ihr zwingend ein Microsoft-Konto braucht.

Glorlin GT103 am Schreibtisch mit Monitor

Kritikpunkte

  • Verlöteter Arbeitsspeicher: schränkt ein bisschen ein, relativiert sich aber. Was sollen 64 GB RAM in diesem Leistungsbereich bringen? Der zweite SSD-Slot ist da deutlich wichtiger – damit erweitert ihr den Speicher selbst, statt 150 € oder mehr Aufpreis zu zahlen.
  • Kein Thunderbolt: Wäre der USB-C-Anschluss Thunderbolt, könnte man eine Mittelklasse-Grafikkarte einfacher anbinden als über den SSD-Slot. Das hätte etwas mehr gekostet, sich aber gelohnt.
  • Lüfter unter Last hörbar: Bei fordernden Spielen wie Risen hört man ein leichtes Summen. Mit eingeschalteten Lautsprechern fällt das aber kaum auf.

Mein Fazit

Glorlin GT103 im Einsatz am Monitor

Lohnt sich der Glorlin GT103? Er kann sich lohnen – es kommt auf den Anwendungsfall an. Wer einen kleinen, kompakten Mini-PC sucht, der Office-Aufgaben schafft, bis zu drei Monitore ansteuert und nebenbei immer mal wieder ein bisschen zocken soll, bekommt hier eine richtig nette Option. Die Leistung finde ich für den Preis angemessen, die Verarbeitung ist gut, und die Kombination aus Office und etwas Gaming passt einfach.

Alternativen gibt es viele, und natürlich könntet ihr auch einen Gaming-Handheld nutzen. Der liegt aber nicht so schön auf dem Schreibtisch und bietet keine drei Monitore ohne Weiteres. Wem genau das wichtig ist, der ist mit dem GT103 gut bedient – und rund 420 € gehen in der heutigen Zeit vollkommen in Ordnung.

Würdet ihr euch so einen Mini-PC anschaffen – oder nutzt ihr lieber einen Gaming-Handheld am Monitor?
Lasst uns darüber auf meinem Discord-Channel diskutieren.

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